Aktuell wird die Einbindung der Entsorgungsabläufe in das neue Warenwirtschaftssystem der TUM geprüft.
Ziel ist, die Anmeldung zur Entsorgung, Ausgabe und Rücknahme von Behältern künftig papierlos abwickeln zu können und dabei kontextbezogen mit den Inhalten des Leitfadens zu verknüpfen.

Die vorliegende Fassung des Leitfadens nimmt in der Übergangsphase auf Vorgaben des corporate design der TUM zunächst keine Rücksicht.

Die Reiter Anmeldung, Ausgabe und Rückgabe sind noch ohne Funktionalität.

Aktuell wird die Einbindung der Entsorgungsabläufe in das neue Warenwirtschaftssystem der TUM geprüft.
Ziel ist, die Anmeldung zur Entsorgung, Ausgabe und Rücknahme von Behältern künftig papierlos abwickeln zu können und dabei kontextbezogen mit den Inhalten des Leitfadens zu verknüpfen.

Die vorliegende Fassung des Leitfadens nimmt in der Übergangsphase auf Vorgaben des corporate design der TUM zunächst keine Rücksicht.

Die Reiter Anmeldung, Ausgabe und Rückgabe sind noch ohne Funktionalität.

Aktuell wird die Einbindung der Entsorgungsabläufe in das neue Warenwirtschaftssystem der TUM geprüft.
Ziel ist, die Anmeldung zur Entsorgung, Ausgabe und Rücknahme von Behältern künftig papierlos abwickeln zu können und dabei kontextbezogen mit den Inhalten des Leitfadens zu verknüpfen.

Die vorliegende Fassung des Leitfadens nimmt in der Übergangsphase auf Vorgaben des corporate design der TUM zunächst keine Rücksicht.

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Impressum

Anschrift

Technische Universität München
Arcisstraße 21
80333 München
Telefon: +49.89.289.01

Vertretungsberechtigt

Die Technische Universität München ist eine Körperschaft des Öffentlichen Rechts. Sie wird gesetzlich vertreten durch den Präsidenten, Prof. Dr. Thomas F. Hofmann.

Zuständige Aufsichtsbehörde

Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Umsatzsteueridentifikationsnummer

DE811193231

Inhaltlich verantwortlich

Dr. Heinz G. Daake
Walther-Meißner-Straße 1
85748 Garching
E-Mail: heinz.daake@tum.de

Haftungshinweis

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Kontakt: Dr. Heinz G. Daake

Vorwort     

An der Technischen Universität München entstehen jährlich erhebliche Mengen an Abfall. Darin eingeschlossen sind Laborabfälle, Abfälle aus dem Erhalt und Pflege der Gebäude und Flächen, Rest- bzw. Siedlungsabfall, Papier- und Kartonagen, Transportverpackungen sowie diverse andere Abfälle.
Der vorliegende Leitfaden stellt Ihnen die Organisation der Abfallwirtschaft innerhalb der Technischen Universität München vor und gibt Ihnen Hilfestellung bei der Einstufung und Entsorgung von Abfällen. Gleichzeitig umfasst er allgemeine Transportregeln für Gefahrguttransportvorgänge, die nicht in Zusammenhang mit Entsorgungsvorgängen stehen.
Nicht nur der wirtschaftliche Aspekt, sondern ebenso der Umweltgedanke verpflichtet die Technische Universität München zur Einhaltung der Grundsätze der Kreislauf- und Abfallwirtschaft. Abfälle sind in erster Linie zu vermeiden, insbesondere durch die Verminderung ihrer Menge und Schädlichkeit.
In zweiter Linie sind die Abfälle stofflich bzw. energetisch zu verwerten und erst in letzter Instanz zu beseitigen.
Im Hochschulbereich kann unter Beachtung dieser Grundsätze das Abfallaufkommen nicht nur erheblich reduziert, sondern darüber hinaus ebenso die Entsorgungskosten minimiert werden. Demnach sollte schon vor dem Neukauf von Einrichtungsgegenständen, Apparaturen oder elektrischen/elektronischen Geräten auf einen möglichen Entsorgungsweg der Altgeräte geachtet werden. Viele Anbieter nehmen auf Anfrage die alten Geräte im Austausch zurück. Bitte informieren Sie sich daher bei Neuanschaffungen, Wartungsarbeiten oder Reparaturen immer bei ihrem jeweiligen Dienstleister, ob dieser Entsorgungsservice angeboten wird.
Das Hauptaugenmerk der Abfallwirtschaft liegt auf der Reduzierung der Abfallmengen zur Beseitigung. Eine Maßnahme ist es, die Abfälle zu sortieren, zu trennen und einer Verwertung zu kommen zu lassen, z. B. getrenntes Sammeln der Kunststoffabfälle. Das Weiter- oder Wiederverwenden von Gegenständen oder Chemikalien kann über sogenannte Tausch-, Altgeräte- oder Chemikalienbörsen organisiert werden.
Die Chemikalienbörse an der Technischen Universität München ist Bestandteil des Gefahrstoffmanagementsystem DaMaRIS, das allen TUM-Einrichtungen zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung steht.

01 Grundsätzliches und Geltungsbereich     

Dieser Leitfaden regelt die ordnungsgemäße Sammlung und Entsorgung von Abfällen an der Technischen Universität München. Gleichzeitig umfasst er allgemeine Transportregeln für Gefahrguttransportvorgänge, die nicht in Zusammenhang mit Entsorgungsvorgängen stehen.
Teil A erörtert die Abfallgruppen und die Entsorgung von nicht gefährlichen Abfällen wie Restabfall, Altpapier oder Elektronikschrott.
Teil B erörtert die Abfallgruppen und die Entsorgung von gefährlichen Abfällen,die in der Regel in Laboratorien oder Werkstätten anfallen.
Die Unterscheidung zwischen gefährlichen und nicht gefährlichen Abfällen folgt dabei den Definitionen des Abfallrechts.
Die gefährlichen Abfälle sind regelmäßig (d. h. mindestens einmal jährlich) auf ihre Zusammensetzung zu überprüfen.Ebenso ist bei den nicht gefährlichen Abfällen in regelmäßigen Abständen zu überprüfen, ob die Abfallarten den Vorgaben des Leitfadens weiterhin entsprechen.
Um die Abfallmengen und somit ein entstehendes Gefahrenpotenzial gering zu halten, wird eine regelmäßige Entsorgung der entstehenden Abfälle empfohlen.
Bei Fragen zur Abfallentsorgung wenden Sie sich bitte an:

Herrn Machatzky (München, Garching, Weihenstephan)
Leitung Stabsstelle Entsorgung und Umwelt
Römerhofweg 67
85748 Garching
Tel.: 089.289.12074
Fax.: 089.289.12078
entsorgung@zv.tum.de

Herrn Burghofer (München, Garching)
Stabsstelle Entsorgung und Umwelt
Römerhofweg 67
85748 Garching
Tel.: 089.289.12015
Fax.: 089.289.12078
entsorgung@zv.tum.de

Herrn Völkel (Weihenstephan)
Stabsstelle Entsorgung und Umwelt
Lange Point 24
85354 Freising
Tel.: 08161.71.3685
Fax.: 08161.71.4220
entsorgung_WST@zv.tum.de

Für Fragen zum Gefahrguttransport und zu diesem Leitfaden steht die Mailadresse gefahrgut@tum.de zur Verfügung.

Für allgemeine Fragen der Arbeitssicherheit steht die Mailadresse sicherheit.hr6@tum.de zur Verfügung.

01.01 Geltungsbereich     

Die Richtlinie gilt für alle hier beschriebenen Abfälle und Gefahrguttransportvorgänge. Die beschriebenen Verfahrensweisen sind verbindlich. Entstehen Abfälle, die nicht in der Richtlinie aufgeführt sind, so ist zur Gewährleistung der Entsorgungssicherheit der Entsorgungsweg durch eine Anfrage unter gefahrgut@tum.de zu klären.
Die Richtlinie gilt nicht für

  • radioaktiv kontaminierte oder radioaktive Abfälle
    Thoriumverbindungen und Uranylacetat als Chemikalie, gebrauchsfertige Lösungen oder damit verunreinigte Betriebsmittel fallen ebenfalls hierunter.
  • krankenhausspezifische Abfälle sowie infektiöse und potentiell infektiöse Abfälle
  • Betäubungsmittel
    Hilfestellung bietet § 16 Betäubungsmittelgesetz (BtMG)
  • Stoffe, die unter das Sprengstoffgesetz fallen (auch trockene Pikrinsäure, Munition)
  • Tierkörper
  • Abfälle, die mit gentechnisch veränderten Organismen oder pathogenen Organismen kontaminiert sind
    Diese Abfälle werden in der Regel innerhalb der gentechnischen Anlage bzw. des Labors autoklaviert
  • Stoffe, die Gase freisetzen oder selbstentzündliche Bestandteile enthalten

01.02 wesentliche Rechtsgrundlagen      

Der vorliegende Entsorgungs- und Gefahrgutleitfaden berücksichtigt insbesondere folgende Gesetze, Verordnungen und Vorschriften in der jeweils gültigen Fassung:

  • Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG) und die entsprechenden Verordnungen
  • Chemikaliengesetz (ChemG)
  • Gefahrstoffverordnung (GefstoffV)
  • Anlagen A und B des Europäischen Übereinkommens vom 30.09.1957 über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR): Allgemeine Vorschriften und Vorschriften für gefährliche Stoffe und Gegenstände
  • Technische Regel für Gefahrstoffe, TRGS 201, „Einstufung und Kennzeichnungvon Abfällen beim Umgang“
  • Technische Regeln für Gefahrstoffe, TRGS 519, „Asbest, Abbruch- Sanierungs und Instandhaltungsmaßnahmen“
  • Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)
  • Wasserhaushaltsgesetz (WHG)
  • GUV-I 8666 "Tätigkeiten mit Gefahrstoffen in Hochschulen"
  • GUV-I 850-0 „Sicheres Arbeiten in Laboratorien“
  • „Annahmebedingungen für spezielle Abfälle“ der GSB Sonderabfall-Entsorgung Bayern GmbH
Diese Aufstellung beinhaltet nur die wichtigsten Bestimmungen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

01.03 Standorte     

Für gefährliche Abfälle existieren spezielle Entsorgungswege und -verfahren. Diese gewährleisten eine sichere und umweltverträgliche Zerstörung der enthaltenen Schadstoffe. Auch nicht gefährliche Abfälle, denen gefährliche Stoffe anhaften, sind als "Gefährlicher Abfall" zu entsorgen. Die Abgabestellen der TUM finden Sie in den nachfolgenden Abschnitten.

Unabhängig davon, ob in einem Gebäude eine Neutralisationsanlage vorhanden ist oder nicht, ist die Chemikalienentsorgung über Laborwaschbecken ausdrücklich verboten.
Auch Laborabzüge sind keine Entsorgungseinrichtungen.

01.03.01 Abgabestellen für Sonderabfälle     

München

  • Arcisstraße 21 Lageplan
    Öffnungszeiten: jeden Dienstag von 9.30 - 10.30 Uhr
    Kontakt: 089.289.25289

  • Baumbachstraße 7 Lageplan
    Öffnungszeiten: jeden Dienstag von 8.00 - 8.30 Uhr
    Kontakt: 089.289.12074

Garching

  • Boltzmannstraße 15 (MW Gebäude 5516) Lageplan
    Öffnungszeiten: jeden Donnerstag von 10.00 - 12.00 Uhr
    Kontakt: 089.289.16531 (besetzt während der Öffnungszeiten, ansonsten Anrufbeantworter) für alle Fakultäten, Einrichtungen etc. der TUM außer Fakultät für Chemie

  • Ernst-Otto-Fischer-Straße nur Fakultät für Chemie und Katalysezentrum (CH Gebäude 5409) Lageplan
    Öffnungszeiten: jeden Donnerstag von 9.00 - 11.00 Uhr,
    während der Praktika für Studierende nach Anmeldung am
    Mittwoch von 13.00 - 14.00 Uhr
    Donnerstag von 13.00 - 14.00 Uhr
    Kontakt: 089.289.13050

Freising

  • Gregor-Mendel-Straße 4 (Gebäude 4226) Raum UG 29 Keller Lageplan
    Öffnungszeiten: jeden Mittwoch von 10.00 - 12.00 Uhr
    Kontakt: 08161.71.6597

Straubing

Öffnungszeiten:
Kontakt:

01.03.02 Abgabestellen für E-Schrott     

München

  • Arcisstraße 21 Lageplan
    Öffnungszeiten: jeden Dienstag von 9.30 - 12.00 Uhr
    für alle Gebäude/Einrichtungen im Stammgelände

  • Baumbachstraße 7 Lageplan
    Öffnungszeiten: frei zugänglich
    für alle Gebäude/Einrichtungen auf dem Gelände Pasing

  • Conollystraße 32
    Öffnungszeiten: über E-Werkstatt
    für alle Gebäude/Einrichtungen auf dem Gelände des Sportzentrums

Garching

  • Boltzmannstraße 15 (MW Gebäude 5513)
    Öffnungszeiten: jeden Donnerstag von 13.00 - 13.30 Uhr
    vorrangig für die Fakultät für Maschinenwesen

  • Ernst-Otto-Fischer-Straße (Wertstoffhof) Lageplan
    Öffnungszeiten: frei zugänglich
    vorrangig für die Fakultät für Chemie

  • Boltzmannstraße 3 (Gebäude 5606, Müllraum Keller) Lageplan
    Öffnungszeiten: Schlüssel über Pforte
    vorrangig für die Fakultäten Mathematik und Informatik

  • James-Frank-Straße 1 (Rampe Warenannahme) Lageplan
    Öffnungszeiten: frei zugänglich
    vorrangig für die Fakultät für Physik

  • Am Coulombwall 6 (Garagen)
    Öffnungszeiten: verschlossen
    nur für Beschleuniger

  • Am Coulombwall 1 (Keller) Lageplan
    Öffnungszeiten: verschlossen
    nur für Sektion Physik

  • Lichtenbergstraße 1 (diverse Standorte auf dem Reaktorgelände)
    Öffnungszeiten: verschlossen
    nur für Reaktorgelände

Freising

  • Lange Point 24
    Öffnungszeiten: jeden Mittwoch von 13.00 - 13.30 Uhr
    für alle Gebäude/Einrichtungen in Weihenstephan

01.04 Vermeidungsgrundsatz     

Wesentlicher Grundsatz bei der Abfallentsorgung ist der Vermeidungsgrundsatz, d.h. das nachhaltige Bestreben, die Entstehung von Abfällen bereits im Vorfeld zu vermeiden.
An zweiter Stelle steht die Abfallverwertung, erst danach die Entsorgung.
Dies ist nicht nur aus Kostengründen, sondern auch aus Gründen des Umweltschutzes und des Arbeits- und Gesundheitsschutzes von wesentlicher Bedeutung.

Allgemeine Maßnahmen zur Abfallvermeidung sind z.B.:

  • vorausschauende Planung beim Einkauf
  • Mehrwegartikel anstatt Einwegartikel verwenden
  • Verpackungen (Transport-, Um- und Vewrkaufsverpackungen) an den Hersteller oder Händler zurückgeben
  • Neuware nach Ablauf der Gebrauchszeit wenn möglich an den Hersteller oder Händler zurückgeben (z.B. beim Neukauf nachfragen, auf Recyclingsymbol achten)
  • Abfälle möglichst sortenrein und frei von Verunreinigungen in die Sammelcontainer werfen bzw. abgeben (z. B. Papier, Kunststoffverpackungen)
  • Abfälle ausschließlich in die dafür vorgesehenen Sammelcontainer werfen
  • Abfälle möglichst zerkleinern, um Platz in den Sammelcontainern zu sparen (z. B. Papier zerreißen anstatt zerknüllen, Kartonagen zerlegen)

Häufig angetroffene Szenarien sind:

  1. Niemand fühlt sich für den entstandenen Sonderabfall verantwortlich; der Sonderabfall wird an einem Ort, wo er nicht stört, „zwischengelagert“ und gerät in Vergessenheit.
  2. Derartige Sonderabfälle stellen für Personen und die Umwelt eine permanente Gefährdung dar (z. B. Behälter geht kaputt und Gefahrstoff tritt unkontrolliert aus). Es ist die Pflicht der jeweiligen Führungskraft, Maßnahmen zur Einschränkung dieser Gefährdung zu unternehmen.
  3. Der Sonderabfall muss irgendwann kostenintensiv gesammelt, analysiert und ordnungsgemäß entsorgt werden; dies trifft besonders für Gefahrstoffe zu, die sich anhand einer nicht ausreichenden Kennzeichnung nicht identifizieren lassen.
  4. Das Personal, das die unter Ziffer 3. beschriebenen Tätigkeiten durchführt, setzt sich einer undefinierbaren Gefahr aus.
  5. Chemikalien, die unzureichend gekennzeichnet sind oder deren Alter nicht bekannt ist, können innerhalb der Hochschulen nicht wieder- bzw. weiterverwendet werden („Chemikalienbörse“).

01.04.01 Empfehlungen     

In der Praxis haben sich folgende organisatorische Regelungen bewährt:

  • Studentenpraktika: Vor Abschluss des Praktikums hat jeder Student die noch vorhandenen Chemikalien bzw. die angefallenen Sonderabfälle ordnungsgemäß gegen Unterschrift des Praktikumsleiters abzugeben, ansonsten wird die erfolgreiche Teilnahme am Praktikum nicht bestätigt. Die Praktikumsleitung ist für die ordnungsgemäße Abfallentsorgung zuständig; er soll daneben die Studierenden im verantwortungsvollen Umgang mit Gefahrstoffen unterstützen, so dass diese Maßnahme auch als zusätzlicher Lerninhalt verstanden werden kann.
  • wissenschaftliche Arbeiten (Bachelor, Master, Dissertation ...): Die jeweilige Arbeit ist erst dann erfolgreich abgeschlossen, wenn die noch vorhandenen Chemikalien bzw. die angefallenen Sonderabfälle nachweislich ordnungsgemäß gekennzeichnet aus dem Labor entfernt und zur jeweiligen Abfallsammelstelle gebracht worden sind. Die Kontrolle erfolgt anhand eines Laufzettels, der von der verantwortlichen Führungskraft oder einer damit beauftragten Person (z.B. aus dem akad. Mittelbau) abgezeichnet werden muss.

02 Abfallrechtliche Verantwortung und Zuständigkeit     

Die in diesem Leitfaden genannten Anforderungen und Rahmenbedingungen sind verpflichtend für jeden einzelnen Abfallerzeuger. Die Verantwortung des Abfallerzeugers für den Abfall endet weder mit der Anmeldung zur Entsorgung noch mit der Abgabe des Abfalls an die Entsorgungsstelle oder beauftragte Dritte; sie endet erst mit der ordnungsgemäßen Beseitigung oder Verwertung.

Die Organisationsstruktur der TUM bei Gefahrguttransporten ist durch die Organisationsverfügung Gefahrgut für die Technische Universität München (TUM) geregelt.

Gefahrguttransporte umfassen nicht nur den Vorgang der Ortsveränderung, sondern auch die Übernahme und die Ablieferung des Gutes sowie zeitweilige Aufenthalte im Verlauf der Beförderung, Vorbereitungs- und Abschlusshandlungen (Verpacken und Auspacken der Güter, Be- und Entladen), Herstellen, Einführen und Inverkehrbringen von Verpackungen, Beförderungsmitteln und Fahrzeugen für die Beförderung gefährlicher Güter, auch wenn diese Handlungen nicht vom Beförderer ausgeführt werden.
Im Bereich der Technischen Universität München fallen hierunter in erster Linie der Transport von Laborchemikalien, Lösemitteln, Gasen, infektiösen und radioaktiven Stoffen.

Abbildung(en):

02.01 Zentrale Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten     

Hochschulleitung

Im Rahmen ihrer Organisationsverantwortung richtet die Hochschulleitung den TUM ADR-Ausschuss ein und beauftragt ihn mit der Erstellung möglichst hochschulweit einheitlicher Konzepte für die Einhaltung der Gefahrgutvorschriften, insbesondere
  • der Erstellung und Pflege eines Entsorgungsleitfadens,
  • der Festlegung verbindlicher Regeln für den Transport von Gefahrgut, das nicht im Entsorgungsleitfadengenannt ist (Allg. Transportregeln),
  • der Erstellung eines Maßnahmenkatalogs für Unfälle und Störfälle in Zusammenhangmit Gefahrgut,
sowie mit der Schulung von TUM-MitarbeiterInnen, die als beteiligte Personen beim Gefahrguttransport mitwirken.

Gefahrgutbeauftragter

Ein nach Punkt 1.8.3 ADR und §3 GbV schriftlich bestellter Sicherheitsberater für die Beförderunggefährlicher Güter, der Inhaber eines für den betroffenen Verkehrsträger gültigen Schulungsnachweisesnach § 4 GbV ist, mit den in Punkt 1.8.3.3 ADR sowie §8 GbV definiertenPflichten. Hierzu gehören insbesondere die Überwachung der Einhaltung der Vorschriften fürdie Beförderung gefährlicher Güter und die Beratung bei den Tätigkeiten im Zusammenhangmit der Beförderung gefährlicher Güter. Der Gefahrgutbeauftragte der TUM wird extern bestelltund organisatorisch dem Hochschulreferat 6 – Gesundheit, Sicherheit, Strahlenschutz angegliedert.
Der Gefahrgutbeauftragte ist Mitglied im TUM ADR-Ausschuss.
Am Gefahrguttransport beteiligte Personen müssen die notwendigen Kenntnisse über die in Ihrem Tätigkeitsbereich geltenden Regelungen zum Gefahrguttransport besitzen. Sie müssen vor Aufnahme der Tätigkeit und anschließend wiederholt an den angebotenen Schulungen teilnehmen. Der Gefahrgutbeauftragte führt die Schulungen durch und gewährleistet die jährlicheWiederholungsschulung.
Allgemeine Gefahrgutschulungen finden einmal jährlich an jedem der drei Hauptstandorte der TUM statt. Die Schulung nach Klasse 7 (radioaktive Stoffe) und die Wiederholungsschulung der allgemeinen Gefahrgutschulung werden einmal jährlich nur am Standort Garching angeboten. Die Schulungstermine werden unter http://www.siss.tum.de/kurse veröffentlicht. Eine online-Anmeldung ist erforderlich.
Weitere Informationen finden Sie auf der AGU-Seite Gefahrgutbeauftragter.

TUM ADR-Ausschuss

Der Ausschuss hat unter Berücksichtigung der in Punkt 1.8.3.3 ADR gesetzlich geregelten Verantwortungdes Gefahrgutbeauftragten die Aufgabe, im Auftrag der Hochschulleitung möglichsthochschulweit einheitliche Konzepte für die Einhaltung der Gefahrgutvorschriften zu entwickeln,regelmäßig auf deren rechtliche Aktualität zu überprüfen, bei Änderungen fortzuschreibenund in geeigneter Weise den Mitgliedern der Hochschule zur Verfügung zu stellen.Die jeweiligen Vertreter der Stabsstelle Entsorgung und Umwelt unterstützen im Rahmen ihrer Fachkompetenz bei der Erstellung des Entsorgungsleitfadens.

Entsorgungsfirmen

Die Entsorgungsfachfirmen werden von der Stabsstelle Entsorgung und Umwelt beauftragt und nehmen folgende Aufgaben wahr:
  • Betreiben der Abfallsammelstellen mit Übernahme der Pflichten beim Umgang mit den Sonderabfällen bezüglich Arbeitsschutz, Gewässerschutz, Brand- und Explosionsschutz (z.B. richtige Lagerung, Vermeidung von Leckagen, regelmäßige Überprüfung der Abfallbehälter auf Dichtheit).
  • Interner Transport von Abfällen zum Gefahrstofflager der TUM mit Übernahme sämtlicher Pflichten des Gefahrgutrechtes
  • Abfalltransport zur jeweiligen Verwertungs- oder Beseitigungsfirma (z.B. GSB) mit Übernahme sämtlicher Pflichten des Gefahrgutrechtes
  • Bereitstellung und Übergabe angeforderter, leerer Behälter zur Abfallsammlung und Abholung von vollen Abfallbehältern

Zentralverwaltung

Stabsstelle Entsorgung und Umwelt

Zuständig für:

  • Zurverfügungstellen von Leerbehältnissen, Beauftragung der Abholung der Sonderabfälle in den Sammelstellen der TUM bzw. den Einrichtungen vor Ort und Dokumentation
  • Auswahl und Beauftragung von geeigneten Entsorgungsfachbetrieben
  • Kontrolle eines reibungslosen Ablaufs der Entsorgungskette
  • Überprüfung der Formblätter zur Behälteranforderung, Abfallabholung und zum internen Transport mit Dokumentation und Auswertung der Abfalldaten(z.B. Erstellung einer Abfallbilanz)
  • Beratung der „Beteiligten Personen" der TUM, d. h. direkter Ansprechpartner bei Entsorgungsfragen über Dritte
  • Erstellung von Abfallbegleitpapieren (Begleitscheine, Übernahmescheine)
  • Erstellung von Merkblättern, Betriebsanweisungen für Sondermülllager

02.02 Dezentrale Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten     

Führungskräfte

Führungskräfte im Sinne dieser Organisationsverfügung sind alle Personen, die Dritten (insbesondereden am Gefahrguttransport beteiligten Personen) gegenüber weisungsbefugt sind und/oder Aufgaben in Forschung und Lehre selbstständig wahrnehmen. Insbesondere zählen hierzu alle Professoren und Professorinnen (Art. 9, Abs.1, BayHSchPG), Juniorprofessoren und Juniorprofessorinnen (Art. 16, Satz 1, BayHSchPG) sowie ggf. wissenschaftliche und künstlerische Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nach Entscheidung des Dekans(Art. 21, Abs. 1, Satz 4, BayHSchPG).
Führungskräfte sind in Ihrem Zuständigkeitsbereich für die Einhaltung der Vorgaben des Entsorgungsleitfadens und der Allgemeinen Gefahrgutregelungen der TUM (Allg. Transportregeln) verantwortlich und schaffen die hierfür erforderlichen organisatorischen Voraussetzungen.
Hierzu zählt auch die vollständige Umsetzung der Regelungen aus dem Gefahrstoffrecht, insbesondere sind die zutreffenden Inhalte des Entsorgungsleitfadens und der Allgemeinen Gefahrgutregelungen in den Betriebsanweisungen zu verankern und im Rahmen der jährlich zu wiederholenden Unterweisungen den Beschäftigten und Studierenden zu vermitteln. Zur Unterstützung der Führungskräfte werden die Schulungsunterlagen zur Verfügung gestellt.
Führungskräfte können im Rahmen ihrer Verantwortlichkeit schriftlich Aufgaben an fachlich geeignete Beschäftigte übertragen. Die Übertragung von Aufgaben muss immer mit der Übertragung von Kompetenzen verbunden sein und entbindet die Führungskraft nicht von der Unternehmerverantwortung.
Führungskräfte stellen sicher, dass die Beteiligten Personen an den angebotenen ADR Schulungen teilnehmen.
Führungskräfte sind angehalten, durch vorausschauende Planung beim Einkauf von Gefahrstoffen und Verbrauchsmaterialien sowie bei der Durchführung der Experimente den Vermeidungsgrundsatz und das Minimierungsgebot zu beachten.
Führungskräfte stellen insbesondere sicher, dass in ihrem Zuständigkeitsbereich keine Abfälle entstehen, deren Zusammensetzung unbekannt ist und die einzelnen Abfallarten derart getrennt gesammelt werden, dass gefährliche Reaktionen ausgeschlossen sind.

Beteiligte Personen


Am Gefahrguttransport sind zahlreiche Personen beteiligt, für die im ADR Sicherheitspflichten festgelegt sind. Hauptbeteiligte sind Absender, Beförderer und Empfänger. Andere Beteiligte sind Verlader, Verpacker, Befüller, Betreiber eines Tankcontainers oder eines ortsbeweglichen Tanks und Entlader.
Die beteiligten Personen nehmen die im ADR genannten Aufgaben und Pflichten in eigener Verantwortung wahr.
Die beteiligten Personen sind verpflichtet, die hierfür erforderliche Fachkunde vor Übernahme der Aufgaben und danach in regelmäßigen Abständen durch die Teilnahme an den vom TUM ADR-Ausschuss angebotenen Schulungen zu erwerben bzw. zu erhalten.
Die Schulungstermine werden unter http://www.siss.tum.de/kurse veröffentlicht. Zur Teilnahme ist eine online-Anmeldung erforderlich.

Beschäftigte

Beschäftigte im Sinne der Organisationsverfügung sind alle TUM-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Angestellten- oder Beamtenverhältnis. Den Beschäftigten gleichgestellt sind Studierende und sonstige an der TUM mit Gefahrgut tätige Personen.
Beschäftigte haben eine umfangreiche Mitwirkungspflicht. Sie haben an den Unterweisungen teilzunehmen und den darin vermittelten Anweisungen der Führungskräfte Folge zu leisten. Die Auflagen der Betriebsanweisungen, des Entsorgungsleitfadens und der Allgemeinen Transportregeln der TUM sind einzuhalten.
Beschäftigte tragen durch die bestimmungs- und ordnungsgemäße Verwendung der Arbeits- und Hilfsmittel und der persönlichen Schutzausrüstung Sorge für die eigene Sicherheit, für die Sicherheit von Kollegen, Führungskräften und Dritten.
Sie helfen, Schäden zu vermeiden und melden Gefahren und Sicherheitsmängeln an die Führungskräfte.
Beschäftige sind angehalten, durch vorausschauende Planung beim Einkauf von Gefahrstoffen und Verbrauchsmaterialien sowie bei der Durchführung der Experimente den Vermeidungsgrundsatz und das Minimierungsgebot zu beachten.

Allgemeines

Verlassen Professoren, Mitarbeiter oder Studierende ihren bisherigen experimentellen Arbeitsplatz (z. B. Pensionierung, Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses, des Studiums oder der wissenschaftlichen Arbeit) ist durch den jeweiligen Verantwortlichen eine ordnungsgemäße Übergabe des Arbeitsplatzes sicherzustellen. Hierzu gehört, dass
  • alle am Arbeitsplatz entstandenen Abfälle ordnungsgemäß entsorgt wurden,
  • insbesondere Chemikalien, Analysenpräparate und Behälter mit Gefahrstoffen eindeutig und ordnungsgemäß gekennzeichnet sind,
  • sonstige Substanzen, Versuchsansätze und noch nicht eingestufte Gefahrstoffe nachvollziehbar zu identifizieren sind (z. B. Auszüge aus dem Laborjournal).
Die Organisation dieser verpflichtenden Übergabe obliegt dem jeweiligen Verantwortlichen.

Der Abfallerzeuger hat bis zur Entsorgung sicherzustellen, dass von den Abfällen, den Behältern oder deren Inhalt keinerlei Gefahr für Personen oder die Umwelt ausgehen kann. Auflagen im Bereich des Brandschutzes müssen unbedingt beachtet werden. Treppen, Flure, Verkehrswege und Ausgänge müssen stets freigehalten und dürfen, auch nicht kurzfristig, zugestellt werden. Es darf dort kein brennbares Material gelagert werden. Das Verbot einer nicht genehmigten Lagerung erstreckt sich ebenfalls über Abfälle mit anderen Gefahreneigenschaften, wie z. B. ätzenden oder giftigen Merkmalen. Des Weiteren begünstigt das ungesicherte, vorzeitige Herausstellen des Abfalls das sogenannte Plündern bzw. Verstreuen des Abfalls, das wiederum zu einer Gefährdung und zusätzlichem Mehraufwand führen kann.

03 Verfahrensablauf     

Die Technische Universität München entsorgt ausschließlich die Abfälle, die im Rahmen des Uni-Betriebes anfallen. Abfälle aus dem privaten Bereich werden von der Technische Universität München nicht entsorgt. Diese sind über die jeweiligen Entsorgungswege der privaten Haushalte zu entsorgen.

03.01 Entsorgungsbehälter, Leergut     

Für die Entsorgung erforderliche Transportbehälter werden für München und Garching von der ZA4, Stabsstelle Entsorgung und Umwelt (mail: entsorgung@zv.tum.de) und für Freising von der ZA4, Stabsstelle Entsorgung und Umwelt (mail: entsorgung_wst@zv.tum.de) zur Verfügung gestellt. (Formulare siehe Anhang)
Die Aufträge können nur bearbeitet werden, wenn die Kostenstelle der Organisationseinheit auf dem verwendeten Formular angegeben ist. Die Kostenstelle wird nicht für Verrechnungszwecke oder die Finanzierung der Entsorgung benötigt. Sie dient ausschließlich zur eindeutigen Identifizierung des verantwortlichen Abfallerzeugers.
Die Entsorgung erfolgt ausschließlich unter Einhaltung des in diesem Leitfaden beschriebenen Verfahrens.

03.02 Befüllung der Entsorgungsbehälter     

Die Entsorgungsbehälter werden in eigener Verantwortung der einzelnen Organisationseinheiten befüllt. Dabei ist von der verantwortlichen Führungskraft sicherzustellen, dass

  • die Befüllung nach den Vorgaben dieses Leitfadens erfolgt, insbesondere nur die vorgegebenen Behältnisse verwendet werden
  • ausschließlich unterwiesene Personen die Behälter befüllen können
  • keine überalterten Behältnisse verwendet werden (Standzeit entsprechend Prägung auf dem Behälter)

03.03 Abgabe/Abholung und Transport      

Befüllte Behälter mit Sonderabfällen werden entweder in einer der Abgabestellen für Sonderabfälle abgegeben oder von einer beauftragten Firma abgeholt. Die interne Behälterabholung ist über das Formular "Interne Behälterabholung" (siehe Anhang) zu beantragen. Bei Abholung sind die Abfälle ebenerdig zu übergeben. Für die Organisation und Durchführung des hausinternen Transportes ist die jeweilige Organisationseinheit zuständig.
Die Abfälle sind grundsätzlich nur in den von der Stabsstelle Entsorgung und Umwelt zur Verfügung gestellten, gekennzeichneten Behälter zu sammeln. Um Umfüllvorgänge zu vermeiden, ist eine rechtzeitige Anforderung von Leergut geboten. Stehen standardmäßig keine geeigneten Behältnisse zur Verfügung, ist die Behälterauswahl mit den Mitarbeitern der Stabsstelle Entsorgung und Umwelt abzustimmen.

Je nach der örtlichen Gegebenheit werden die Entsorgungsbehälter für den Transport in Gitterboxen gestellt und/oder dem Transporteur direkt übergeben. Hierbei sind im Falle von Gefahrgut die Vorschriften des Gefahrgutrechts (Verantwortung des Verladers und des Verpackers), in jedem Fall die Anforderungen zur Ladungssicherung zu beachten.

04 Voraussetzung für die Entsorgung     

Für die Abfallentsorgung gelten folgende, allgemeine Anforderungen:

  • Die Standorte der Sammelcontainer und Abfallsammelstellen sind unbedingt sauber zu halten (Keine Abfälle vor die Container stellen).
  • Volle Abfallbehälter in den Räumen (Büro, Vorlesungsräumen…) sind dem Reinigungspersonal, volle Sammelcontainer (Wertstoffhof, Müllräume) sind den SG 146 bzw. SG 843 zu melden.
  • Abfälle dürfen ausschließlich sortenrein in die dafür vorgesehenen Sammelcontainer gegeben werden.

Im Umgang mit Sondermüll und bei der Sondermüllentsorgung müssen entsprechend den gesetzlichen Anforderungen u. a. folgende Grundsätze beachtet werden:

  • Chemikalienabfälle und sonstige Sonderabfälle dürfen nicht dem Hausmüll zugegeben werden
  • Abfallcontainer sind ausschließlich mit der Abfallart zu befüllen, für die der Behälter zugelassen ist
  • Abfallvermeidung hat Vorrang vor Abfallverwertung und Abfallbeseitigung
    Hinweise: Nicht mehr benötigte Chemikalien können eventuell wiederverwendet werden; verunreinigte Chemikalien können eventuell gereinigt oder reaktiviert werden
  • Bestellen Sie nur die gerade benötigte Menge an Chemikalien; der Preisvorteil relativiert sich gegebenenfalls durch die hohen Entsorgungskosten, für die nicht verbrauchten Chemikalien sowie den technischen und personellen Aufwand für die regelkonforme Lagerung der Restmengen
  • Chemikalien, die für Vorversuche oder Tests benötigt werden, sind im Institut sehr oft bereits vorhanden; Chemikalienbörse in DaMaRIS aktiv nutzen
  • Anfallende Sonderabfälle sind genau zu kennzeichnen (Inhaltsstoff, Einfülldatum, Name des Abfallerzeugers)
  • Kein Überkleben oder Überschreiben der vorhandenen Behälterkennzeichnung (Etiketten)
  • Vermeidung von Tropfleckagen beim Einfüllen der Sonderabfälle in die Abfallbehälter (Verwendung von Trichtern, Behälter müssen außen sauber und frei von anhaftenden Chemikalien sein)
  • Abfallbehälter dürfen keine äußeren Beschädigungen aufweisen und sind stets dicht zu verschließen
  • Abfallbehälter sind nur an geeigneten Stellen aufzustellen, um die Sonderabfälle dort zu lagern (z.B. Kein Zutritt unbefugter Personen; Vor Erwärmung und direkter Sonneneinstrahlung schützen (Entstehung von Überdruck, Zerstörung der Kunststoffbehälter); Behälter standsicher aufstellen; Nur außerhalb von Fahrwegen, Durchgängen, Flucht- und Rettungswegen aufstellen; Nicht Rauchen, Trinken und Essen). Nach Möglichkeit Gefahrstoffschränke benutzen.
  • Durchführung einer regelmäßigen (nach Bedarf, mindestens 1x jährlich) Kontrolle der Abfallbehälter
  • Hochreaktive Stoffe, wie Alkalimetalle, Peroxide, Metallhydride, Raney-Nickel, Metallalkyle, Azide, müssen vor der Abfallentsorgung deaktiviert werden
  • Zu entsorgende Sonderabfälle dürfen keine Gase freisetzen
  • Zu entsorgende Sonderabfälle dürfen keine selbstentzündlichen Bestandteile beinhalten
  • Es ist darauf zu achten, dass die Inhaltsstoffe nicht in gefährlicher Weise miteinander reagieren können. Z.B. dürfen keine brandfördernden Gefahrstoffe gemeinsam mit brennbaren Stoffen im Behälter vermischt werden
  • Die Arbeitsschutzanforderungen sind zu berücksichtigen (z.B. Betriebsanweisung nach GefStoffV, Laborordnung)
  • Sonderabfälle dürfen nicht in die kommunale Kanalisation gelangen
  • Befüllung der Abfallcontainer nur bis zu einem Befüllungsgrad von maximal 90 %
    Hinweise: Abfälle müssen sicher, ohne Leckagen umgefüllt werden können; Abfälle dürfen auch bei hochsommerlichen Temperaturen nicht austreten (Volumenvergrößerung durch Ausdehnung der Stoffe)
  • Abfallbehälter aus Kunststoff dürfen nicht älter als 5 Jahre sein

Besonderheiten:

Behälter, die nicht den genannten Transportbedingungen entsprechen, sind von der Übernahme zur Entsorgung ausgeschlossen.
Wird beispielsweise bei der Abholung durch beauftragte Dritte oder der Abgabe in einer Sammelstelle festgestellt, dass
  • bei Abholung trotz Terminmitteilung kein Ansprechpartner zur Verfügung steht
  • die Abfälle nicht den Angaben (Abfallart, unzulässige Verunreinigungen, Abmessungen, Menge, etc.) auf dem Entsorgungsauftrag oder den Vorgaben dieses Leitfadens entsprechen, oder
  • Vorgaben dieses Leitfadens oder vorab getroffene telefonische Vereinbarungen nicht eingehalten wurden (Kontaminationen, Abfälle nicht wie vorgegeben konditioniert, etc.)
verbleiben die Abfälle in der jeweiligen Einrichtung.
Ein Umfüllen der Abfälle ist aus Arbeitsschutzgründen in den Annahmestellen nicht möglich.

05 Finanzierung     

Die Kosten für die ordnungsgemäße Entsorgung von Gefahrgütern und die dafür erforderlichen Sachmittel wie Behälter, Etiketten, etc. werden von der Universitätsverwaltung aus zentralen Mitteln getragen.
Erhöhte Kosten z.B. für die Entsorgung von Altlasten oder Abfällen unbekannter Zusammensetzung, die durch Missachtung der Vorgaben des Entsorgungsleitfadens entstehen, müssen von den jeweiligen Einrichtungen (Fakultäten, Professuren, etc.) selbst getragen werden.

06 Inkrafttreten     

Der vorliegende Leitfaden wurde im September 2015 erstmalig bekannt gemacht und befindet sich in einem fortlaufenden Erweiterungsprozess.
Der TUM ADR-Ausschuss tagt mindestens einmal jährlich, um den Entsorgungs- und Gefahrgutleitfaden auf Änderungsbedarf zu überprüfen und aktualisiert dabei diesen Leitfaden kontinuierlich.

07 TEIL A: NICHT GEFÄHRLICHE ABFÄLLE      

Der Begriff „nicht gefährlicher Abfall“ beschreibt verschiedene Abfallarten, die keine Gefahr für die Gesundheit und/oder die Umwelt darstellen.
Aber: Nicht gefährliche Abfälle, denen gefährliche Stoffe anhaften, sind als "Gefährlicher Abfall" zu entsorgen.

07.01 Papier und Kartonagen      EAK 15 01 01

Das gehört dazu:

Hierunter fallen alle recyclebaren Papier bzw. Kartonagesorten wie z.B.
  • Schreib- und Kopierpapier
  • Zeitschriften und Zeitungen
  • Kataloge
  • Akten (ohne sensible Daten !), siehe auch Aktenvernichtung
  • Verpackungen aus Papier und Pappe

Das gehört nicht dazu:

Hygieneabfälle, beschichtetes Papier, stark verschmutztes Papier, Thermopapier, Plastiktüten (z. B. Müllsäcke).

Wie ist der Entsorgungsweg:

In den Räumen stehen Papierkörbe zur Verfügung, die vom Reinigungspersonal in die Sammelcontainer entleert werden. Größere Mengen an Papier/Kartonagen sind direkt zu den Sammelcontainern zu bringen.

Besonderheiten:

Kartonagen sind zu zerkleinern bzw. zu falten. Müllsäcke für Papiersammlung gehören nicht in den Altpapiercontainer, sondern sind zu entleeren und getrennt zu entsorgen.

07.02 Altglas     EAK 20 01 02

Das gehört dazu:

Hierunter fällt DSD Glas, Behälterglas, recyclebares Glas.
Beispiele sind:
  • Flaschen
  • Konservengläser
  • Trinkgläser

Das gehört nicht dazu:

Spiegelglas, Drahtglas, feuerfestes und optisches Glas, Steingut, Porzellan (siehe Punkt…..), Leuchtstoffröhren (siehe Punkt 8.18), ungereinigte Chemikalienbehältnisse sowie alle Verschlüsse (Schraubverschlüsse aus Metall, Korken, etc.)

Wie ist der Entsorgungsweg:

Altglas wird in Garching nach Farben sortiert in den jeweiligen Glassammelcontainer entsorgt.
In München werden durch Wirtschaftlichkeit und Sortenunreinheit Sammelbehälter für Buntglas (alle Farbsorten) bereitgestellt.

07.03 Verpackungsabfälle ("grüner Punkt")     

Das gehört dazu:

Hierunter fallen alle restentleerten Verkaufsverpackungen aus Kunststoff, Styropor, Schaumstoff oder Verbundmaterial, die den „Grünen Punkt“ tragen.

Das gehört nicht dazu:

Papier, Altglas, Metallbüchsen (siehe Punkt 7.04) sowie stark verschmutzte Kunststoffverpackungen und stark verschmutztes Styropor (-> Restmüll)

Wie ist der Entsorgungsweg:

Die Abfälle können direkt vor Ort in die sog. gelben Tonnen bzw. Behälter mit der Beschriftung „Verpackungsabfälle“ gegeben werden.

Besonderheiten:

Sortenreine Styroporteile bzw. – chips können auch in den Sammelstellen in die bereitgestellten Abfallsäcke gegeben werden.

07.04 Altmetalle     

Das gehört dazu:

Hierunter fallen alle Metalle, Schrott, Weißblech, Aluminium, Metalllegierungen. Auch Maschinen, sofern sie überwiegend aus Metall bestehen und keine Schadstoffe wie z. B. Öle und elektrische oder elektronische Bestandteile mehr enthalten; Metallteile aller Art sowie Metallfässer, sofern diese ausreichend gespült sowie getrocknet sind und die Etiketten entfernt wurden.

Das gehört nicht dazu:

Bleiabfälle und restentleerte Metallfässer mit Anhaftungen von gefährlichen Stoffen (z. B. Öl) müssen als Sondermüll in den Abgabestellen für Sonderabfälle abgegeben werden.
Metallbauteile mit Bauteilen aus der Elektrotechnik (z. B. Elektromotor) gehören zum Elektronikschrott.

Wie ist der Entsorgungsweg:

Diese können in die bereitgestellten Sammelcontainer gegeben werden. Bei größeren Mengen kann nach Absprache ein Container zur Selbstbefüllung geordert werden.

Besonderheiten:

Sortenreines Kupfer, Messing oder Aluminium in größeren Sorten bitte gesondert anmelden.

07.05 Altholz     

Das gehört dazu:

Hierunter fallen alle Holzarten die unter die Altholzverordnung Kategorie I-III gehören. Kleinere Metallteile wie Beschläge, Schrauben und Nägel müssen nicht entfernt werden.

Das gehört nicht dazu:

Nicht hinein gehört Altholz der Kategorie IV (mit Schadstoff belastet) und PCB-Altholz (Entsorgung extra anmelden!)

Wie ist der Entsorgungsweg:

Bedarfsweise abzufordernder Sammelbehälter für Altholz

Besonderheiten:

Bei der Anmeldung ist anzugeben, ob es sich um folgendes Holz handelt:
  • naturbelassenes oder nur mechanisch behandeltes Altholz (Kategorie A I) (Einwegpaletten und Obstkisten)
  • Altholz aus Sperrmüll (Möbel) (Kategorie A III)
  • Imprägniertes Altholz aus dem Außenbereich (z. B. Bahnschwellen, Hopfenstangen) (Kategorie A IV)

07.06 Sperrmüll     

Das gehört dazu:

Alle festen Abfälle ohne gefährliche Inhaltsstoffe, die wegen ihrer Sperrigkeit nicht in die Siedlungsabfallbehälter passen und getrennt vom Rest-/Siedlungsabfall gesammelt und transportiert werden, z.B.
  • Stühle
  • Schränke
  • Tafeln
  • Tische

Das gehört nicht dazu:

Bauschutt, Gartenabfälle, Kühlgeräte, Elektrogeräte, Autoreifen, Autoteile, Erdaushub, Restmüll, Kühlgeräte

Wie ist der Entsorgungsweg:

Einwurf in die Sperrmüllcontainer (Mulden).

07.07 Altreifen     

Das gehört dazu:

Alle Arten von Kraftfahrzeug-Reifen

Das gehört nicht dazu:

Reifen aus privater Nutzung

Wie ist der Entsorgungsweg:

Abgabe während der Elektronikschrottannahme in Garching.

Besonderheiten:

Altreifen dürfen nicht in Sperrmüllcontainern entsorgt werden.

07.08 Bauschutt     

Das gehört dazu:

Hierunter fallen mineralische Abfälle wie z.B. Ziegel, Steine, ausgehärteter Beton, Keramik, Fliesen

Das gehört nicht dazu:

Nicht hinein gehören asphalthaltige Abfälle.

Wie ist der Entsorgungsweg:

Für Institute/Lehrstühle/Arbeitsgruppen mit mineralischen Abfällen stehen Sammelcontainer zur Verfügung.

07.09 Aktenvernichtung     EAK 20 01 01

Das gehört dazu:

Alle Akten, Datenblätter etc. in Papierform mit personenbezogenen Daten (z. B. Personal-, Prüfungsdaten, Klausuren), die nach Ablauf der Aufbewahrungsfristen vernichtet werden müssen.

Das gehört nicht dazu:

Nicht hinein gehören elektronische Datenträger (Festplatten, USB Sticks, CD’s, Disketten, Speicherkarten).
Siehe hierzu Informationen des ITSZ

Wie ist der Entsorgungsweg:

Diese Akten können in München direkt in die bereitgestellten Aktenvernichtungsbehälter gegeben werden. Für die anderen Standorte können direkt Behälter zur Befüllung geordert werden.
Die Akten können als lose Blätter oder als komplette Aktenordner (inkl. Deckel u. Metallbestandteile) entsorgt werden.

Besonderheiten:

Bei Fragen zum Datenschutz wenden Sie sich bitte an den Datenschutzbeauftragten der Technischen Universität München.

07.10 Datenträgervernichtung     

Das gehört dazu:

Alle Arten von Datenträgern und Speichermedien, auf denen personenbezogene bzw. sensible Daten gespeichert sind. Die Löschung der Daten auf den Medien reicht nicht aus.

Wie ist der Entsorgungsweg:

07.11 Kohlefasern /Kohlefaserverstärkte Kunststoffe     

Das gehört dazu:

Alle Arten von Kohlefasern, Kohlefasermatten, Bauteile mit Kohlefasern und Verbundstoffe mit Kohlefasern.

Wie ist der Entsorgungsweg:

Die Entsorgung erfolgt nach Absprache unter entsorgung@zv.tum.de.

Besonderheiten:

Diese Art des Abfalls darf nicht in eine anderen Abfallfraktion gegeben werden, um Schäden an den Entsorgungsanlagen (Hausmüllverbrennung, Sonderabfallverbrennung) auszuschließen.

07.99 Rest-/Siedlungsabfall     EAK 20 03 01 und 15 01 06

Das gehört dazu:

Hierunter fallen alle nicht gefährlichen Abfälle, die nicht anderen Abfallarten unter Punkt 7 dieses Leitfadens zugeordnet werden können.

Das gehört nicht dazu:

Abfälle aus privaten Haushalten, loser Glasbruch, lose Kanülen, schadstoffhaltige Abfälle.

Wie ist der Entsorgungsweg:

In den Räumen stehen Restmüllbehälter zur Verfügung, die vom Reinigungspersonal in die Sammelcontainer entleert werden. Größere Mengen an Restmüll sind direkt zu den Sammelcontainern zu bringen.

08 TEIL B: GEFÄHRLICHE ABFÄLLE     

Der Begriff „Gefährlicher Abfall“ beschreibt verschiedene Abfallarten mit festgelegten Gefährlichkeitsmerkmalen (z.B. giftig, brennbar, ätzend, oxidierend). Sie stellen eine Gefahr für die Gesundheit und/oder die Umwelt dar.
Für gefährliche Abfälle existieren spezielle Entsorgungswege und -verfahren. Diese gewährleisten eine sichere und umweltverträgliche Zerstörung der enthaltenen Schadstoffe.
Auch nicht gefährliche Abfälle, denen gefährliche Stoffe anhaften, sind als "Gefährlicher Abfall" zu entsorgen.

Unabhängig davon, ob in einem Gebäude eine Neutralisationsanlage vorhanden ist oder nicht, ist die Chemikalienentsorgung über Laborwaschbecken ausdrücklich verboten.
Auch Laborabzüge sind keine Entsorgungseinrichtungen.

Im Umgangsgebrauch werden gefährliche Abfälle auch als Sonderabfall bezeichnet. Bei der Entsorgung von Sonderabfällen müssen eine Reihe von unterschiedlichen gesetzlichen Bestimmungen beachtet werden (u. a. Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG), Gefahrstoffverordnung (GefStoffV), Wasserhaushaltsgesetz (WHG), Betriebssicherheitsverordnung (BetriebsSichV), Gefahrgutverordnung Straße (GGVS)). Bei Verstössen muss mit empfindlichen Bussgeldern gerechnet werden.

08.01 Lösemittelgemische, organisch     

Lösemittel werden nach dem Kriterium halogenhaltig oder halogenfrei getrennt gesammelt.
Weiterhin ist zu beachten, dass:

  • nur Stoffe zusammengegeben werden, die nicht gefährlich miteinander reagieren,
  • Lösemittelgemische getrennt nach Gruppen gesammelt werden, sofern dies aufgrund der Arbeitsabläufe möglich ist,
  • Lösemittelgemische hinsichtlich Ihres Flammpunktes und der Toxizität bewertet werden,
  • sofern bereits Lösemittelgemische vorliegen und deren Komponenten möglicherweise verschiedenen Gruppen zugeordnet sind, diese anhand ihrer bestimmenden Komponenten unter Berücksichtigung der charakteristischen Eigenschaften einer Gruppe zugeordnet werden,
  • die Lösemittelgemische keine Isocyanate, keine metallorganischen Verbindungen und keine explosionsgefährlichen Stoffe wie Peroxide oder Chlorate enthalten.

08.01.01 Lösemittelgemische halogenfrei     EAK 140603

Gefahrgut im Sinne der GGVSE, UN 1992, Ausnahme 20 GGAV Abf.Gr. 3.1

Das gehört dazu:

Hierunter fallen entzündbare Lösemittel die auch giftige Eigenschaften haben können. Es können auch „ungefährlichere“ Lösemittel in den Gemischen enthalten sein, sofern die Lösemittel die charakteristische Eigenschaft des Gemisches nicht verändern.
Beispiele: Aceton, Acetonitril, Ethanol, Hexan, Pentan, Methanol, Propanol, Verdünnung, Benzin mit Zusätzen und deren Gemische

Das gehört nicht dazu:

Es dürfen keine Halogene enthalten sein, siehe Lösemittelgemische halogenhaltig (Punkt 8.1.2).
Lösemittel mit anorganischen Salzlösungen werden als Ausschlusschemikalien entsorgt siehe Punkt 8.16

Wie ist der Entsorgungsweg:

Behälterkennung: 5l Kanister transparent, gelber Kabelbinder

Abbildung(en):

Besonderheiten:

Bezüglich des zulässigen Wassergehalts siehe "Lösemittelgemisch halogenhaltig"

Gefahrgut im Sinne der GGVSE, UN 1992

08.01.02 Lösemittelgemische halogenhaltig     EAK 140602, EAK 070303

Gefahrgut im Sinne der GGVSE, UN 1992, Ausnahme 20 GGAV Abf.Gr. 3.1

Das gehört dazu:

Hierunter fallen entzündbare Lösemittel halogeniert (mit Chlor, Fluor) die auch giftige Eigenschaften haben können. Es können auch „ungefährlichere“ Lösemittel in den Gemischen enthalten sein, sofern die Lösemittel die charakteristische Eigenschaft des Gemisches nicht verändern.
Beispiel: Dichlormethan, Trichlormethan, Chloroform, Methylenchlorid, Tetrachlorkohlenstoff etc. auch als Mischung mit halogenfreien Lösemitteln

Das gehört nicht dazu:

Achtung! halogenierte Lösemittel mit den Halogenen Brom, Jod und anorganischen Salzlösungen werden unter Ausschlusschemikalien entsorgt siehe Punkt 8.16

Wie ist der Entsorgungsweg:

Behälterkennung: 5l Kanister transparent, ohne Kabelbinder

Abbildung(en):

Besonderheiten:

Unter dieser Abfallart werden ebenfalls Mischungen aus Wasser und organischen Lösemitteln gesammelt, wenn der Wasseranteil so hoch ist, dass das Gemisch nicht mehr als entzündbar eingestuft werden kann. Ebenfalls werden in dieser Gruppe Lösemittel mit starken Schwermetallbelastungen gesammelt.
Beispiel: wässrige Reaktionsgemische, Lösungen aus Färbevorgängen, Reinigungslösung mit starker Schwermetallbelastung

Gefahrgut im Sinne der GGVSE, UN 1992

08.02 Säuren, Säuregemische     

Wann immer es die Arbeitsabläufe zulassen, sind Säuren nach folgenden Gruppen getrennt zu sammeln:

  • saure Salzlösungen (siehe 8.2.1)
  • Flusssäure (siehe 8.2.2)
  • Säuregemische mit Salptersäure / Perchlorsäure (siehe 8.2.3)
  • Chromschwefelsäure (siehe 8.2.4)
  • Wasserstoffperoxid (siehe 8.2.5)
  • Organische Säuren (siehe 8.2.6)
Für jede der genannten Gruppen ist in diesem Leitfaden eine eigene Dokumentation verfügbar. Sofern bereits Säuregemische vorliegen und deren Komponenten möglicherweise verschiedenen Gruppen zugeordnet sind, werden diese anhand ihrer bestimmenden Komponenten unter Berücksichtigung der charakteristischen Eigenschaften einer Gruppe zugeordnet.

Das gehört nicht dazu:

Es dürfen keine Stoffe zusammengegeben werden, die gefährlich miteinander reagieren können.

Besonderheiten:

Königswasser ist aufgrund des Gefahrgutrechts von der Entsorgung ausgeschlossen.

08.02.01 saure Salzlösungen     EAK 060106, EAK 110107

Gefahrgut im Sinne der GGVSE, UN 2922, Ausnahme 20 GGAV Abf. Gr. 11.3

Das gehört dazu:

Hierunter fallen alle ätzenden anorganischen Lösungen mit einem pH-Wert < 7, die auch giftige Eigenschaften haben können. Es können auch "ungefährliche" Bestandteile in den Gemischen enthalten sein, sofern diese die charakteristische Eigenschaft des Genisches nicht verändern.
Beispiele: Salzsäure, Schwefelsäure, Phosphorsäure und Gemische

Das gehört nicht dazu:

Bei cyanidhaltige Lösungen muss zur Vermeidung der Bildung von Cyanwasserstoff ein pH-Wert > 7 eingestellt werden. Die Entsorgung erfolgt dann als basische Salzlösungen.

Wie ist der Entsorgungsweg:

Behälterkennung: 5l Kanister transparent, roter Kabelbinder

Abbildung(en):

Besonderheiten:

Bei höheren Konzentrationen ist die Säure vor dem Einfüllen in den Entsorgungsbehälter unter Vorlegen von Wasser zu verdünnen.

Gefahrgut im Sinne der GGVSE, UN 2922

08.02.02 Flusssäure     EAK 160507

Gefahrgut im Sinne der GGVSE, UN 1790, Ausnahme 20 GGAV Abf. Gr. 11.2

Das gehört dazu:

Hierunter fallen alle Lösungen von Fluorwasserstoffsäure mit höchstens 60% Fluorwasserstoff.

Das gehört nicht dazu:

Lösungen von Fluorwasserstoffsäure mit mehr als 60% Fluorwasserstoff müssen entsprechend verdünnt werden.

Wie ist der Entsorgungsweg:

Behälterkennung: 5l Kanister transparent, Ausschlusschemikalien.

Besonderheiten:

Die Behälter müssen 1,5 Jahre nach Herstellungsdatum, unabhängig vom Befüllungsgrad, entsorgt werden.

Gefahrgut im Sinne der GGVSE, UN 1790

08.02.03 Säurengemische mit Salpetersäure / Perchlorsäure     EAK 160507

Gefahrgut im Sinne der GGVSE, UN 2031 Salpetersäure ,anders als rotrauchende,
Gefahrgut im Sinne der GGVSE, UN 1802 Perchlorsäure, mit höchstens 50 Masse-% Säure
Ausnahme 20 GGAV Abf.Gr. 10.1

Das gehört dazu:

Hierunter fallen alle Lösungen mit Salpetersäure und/oder Perchlorsäure.

Wie ist der Entsorgungsweg:

Behälterkennung: 5l Kanister transparent, Ausschlusschemikalien

Besonderheiten:

Lösungen mit Salpetersäure und/oder Perchlorsäure sind getrennt zu sammeln.

08.02.04 Chromschwefelsäure      EAK 160507

Das gehört nicht dazu:

Die maximale Konzentration der Säure darf 55% nicht überschreiten. Höher konzentrierte Säure muss ordnungsgemäß verdünnt werden.

Wie ist der Entsorgungsweg:

Aus transportrechtlichen Gründen darf Chromschwefelsäure ausschließlich in bruchsicheren Glasbehältern (Volumen 1l) gesammelt werden. Diese werden dann in zugelassene ADR-Verpackungen bei Abholung überverpackt.

Gefahrgut im Sinne der GGVSE, UN 2240

08.02.05 Wasserstoffperoxid     EAK 160507

Gefahrgut im Sinne der GGVSE, UN 2014 Wasserstoffperoxid, wässrige Lösung mit mindestens 20% aber höchstens 60 % Wasserstoffperoxid (Stabilisierung nach Bedarf)
Ausnahme 20 GGAV Abf.Gr. 14.3

Das gehört dazu:

Hierunter fallen alle Lösungen mit einem Anteil zwischen 20% und 60% Wasserstoffperoxid.

Das gehört nicht dazu:

Lösungen mit mehr als 60% Wasserstoffperoxid sind mit Wasser entsprechend zu verdünnen. Lösungen mit weniger als 20% Wasserstoffperoxid können, ggf. nach vorheriger Behandlung mit Mangansalzen, als saure Salzlösung entsorgt werden.

Wie ist der Entsorgungsweg:

Behälterkennung: 5l Kanister transparent, Ausschlußchemikalien

Besonderheiten:

Lösungen von Wasserstoffperoxid sind getrennt zu sammeln. Wird das Wasserstoffperoxid vor der Entsorgung vernichtet (z.B. durch Reduktion mit Mangansalzen), ist das verbleibende Reaktionsgemisch entsprechend seiner Eigenschaften zu entsorgen (z.B. als saure Salzlösung).

08.02.06 organische Säuren und Säuregemische     EAK 160508

Gefahrgut im Sinne der GGVSE UN (nach Inhaltsstoffe) Ausnahme 20 GGAV Abf.Gr. 4.2

Das gehört dazu:

Hierunter fallen alle ätzende organischen Lösungen mit einem pH-Wert < 7, die auch brennbare und giftige Eigenschaften haben können. Es können auch „ungefährliche“ Bestandteile in den Gemischen enthalten sein, sofern diese die charakteristische Eigenschaft des Gemisches nicht verändern.
Beispiele: Essigsäure, Säuren mit organischen Lösemittel gemischt

Wie ist der Entsorgungsweg:

Behälterkennung: 5l Kanister transparent, Ausschlusschemikalien

08.03 Laugen, Laugengemische     

Wann immer es die Arbeitsabläufe zulassen, sind Laugen nach folgenden Gruppen getrennt zu sammeln:

  • basische Salzlösungen (siehe 8.3.1)
  • Ammoniak (siehe 8.3.2)
  • Hypochloridlösungen (siehe 8.3.3)
  • Organische Laugen und Laugengemische (siehe 8.3.4)
Für jede der genannten Gruppen ist in diesem Leitfaden eine eigene Dokumentation verfügbar. Sofern bereits Laugengemische vorliegen und deren Komponenten möglicherweise verschiedenen Gruppen zugeordnet sind, werden diese anhand ihrer bestimmenden Komponenten unter Berücksichtigung der charakteristischen Eigenschaften einer Gruppe zugeordnet.

Das gehört nicht dazu:

Es dürfen keine Stoffe zusammengegeben werden, die gefährlich miteinander reagieren können.

08.03.01 basische Salzlösungen (Laugen, Basen)     EAK 060205, EAK 110107

Gefahrgut im Sinne der GGVSE, UN 2922, Ausnahme 20 GGAV Abf.Gr. 13.2

Das gehört dazu:

Hierunter fallen alle ätzende anorganischen Lösungen mit einem pH-Wert > 7, die auch giftige Eigenschaften haben können. Es können auch „ungefährliche“ Bestandteile in den Gemischen enthalten sein, sofern diese die charakteristische Eigenschaft des Gemisches nicht verändern.
Beispiele: Natronlauge, Kalilauge, Lithiumhydroxidlösungen

Wie ist der Entsorgungsweg:

Behälterkennung: 5l Kanister transparent, blauer Kabelbinder

Abbildung(en):

Gefahrgut im Sinne der GGVSE, UN 2922

08.03.02 Ammoniak     EAK 060205, EAK 110107

Gefahrgut im Sinne der GGVSE, UN 2672, Ausnahme 20 GGAV Abf.Gr. 13.1

Das gehört dazu:

Hierunter fallen Abfälle mit wässrigen Ammoniaklösungen mit höchstens 35 % Ammoniak.

Wie ist der Entsorgungsweg:

Behälterkennung: 5l Kanister transparent, Ausschlußchemikalien

Gefahrgut im Sinne der GGVSE, UN 2672

08.03.03 Hypochloridlösungen     EAK 160507

Gefahrgut im Sinne der GGVSE, UN (nach Inhaltsstoffe), Ausnahme 20 GGAV Abf.Gr. 14.1

Das gehört dazu:

Hierunter fallen alle Arten von Hypochloridlösungen. Beispiel: Calciumhypochlorit, Natriumhypochlorit, Kaliumhypochlorit

Wie ist der Entsorgungsweg:

Behälterkennung: 5l Kanister transparent, Ausschlußchemikalien

08.03.04 organische Laugen und Laugengemische     EAK 160508

Gefahrgut im Sinne der GGVSE UN (nach Inhaltsstoffe) Ausnahme 20 GGAV Abf.Gr. 4.2

Das gehört dazu:

Hierunter fallen alle ätzende organischen Lösungen mit einem pH-Wert > 7, die auch brennbare und giftige Eigenschaften haben können. Es können auch „ungefährliche“ Bestandteile in den Gemischen enthalten sein, sofern diese die charakteristische Eigenschaft des Gemisches nicht verändern.
Beispiele: Amine, Laugen mit organischen Lösemittel gemischt

Wie ist der Entsorgungsweg:

Behälterkennung: 5l Kanister transparent, Ausschlusschemikalien

08.04 Fotochemikalien     

Wann immer es die Arbeitsabläufe zulassen, sind Fotochemikalien nach folgenden Gruppen getrennt zu sammeln:

  • Entwicklerbäder (siehe 8.4.1)
  • Fixiererbäder (siehe 8.4.2)
Für jede der genannten Gruppen ist in diesem Leitfaden eine eigene Dokumentation verfügbar. Sofern bereits Fotochemikaliengemische vorliegen, werden diese anhand ihrer bestimmenden Komponenten unter Berücksichtigung der charakteristischen Eigenschaften einer Gruppe zugeordnet.

Das gehört dazu:

Fotochemikalien in wässriger Lösung

Das gehört nicht dazu:

Es handelt sich hier nicht um Chemikalien zur Leiterplattenentwicklung (Ätzlösung)

08.04.01 Entwicklerbäder (alkalisch)     EAK 090101

Das gehört dazu:

Hierunter fallen Entwickler- und Aktivatorenlösungen auf Wasserbasis.

Wie ist der Entsorgungsweg:

Behälterkennung: 5l Kanister grün

Abbildung(en):

Besonderheiten:

kein Gefahrgut im Sinne der GGVSE

08.04.02 Fixiererbäder (sauer)     EAK 090104

Das gehört dazu:

Hierunter fallen silberhaltige wässrige Lösungen von Natriumthiosulfat und/oder Ammoniumthiosulfat.

Wie ist der Entsorgungsweg:

Behälterkennung: 5l Kanister blau

Abbildung(en):

Besonderheiten:

kein Gefahrgut im Sinne der GGVSE

08.05 Altöl     EAK 130205

Das gehört dazu:

Hierunter fallen alle Verbrennungsmotorenöle, Getriebeöle, Maschinenöle, Turbinenöle und Schmieröle, die nicht verunreinigt mit anderen Flüssigkeiten (z.B.: Kühlflüssigkeit, Bremsflüssigkeit, Lösemittel) sind. Öle die unter die Altölverordnung fallen.

Das gehört nicht dazu:

PCB haltige Öle, synthetische Öle, Öle unbekannter Herkunft, Öle aus dem Forschungsbereich sind separat zu entsorgen.

Wie ist der Entsorgungsweg:

Behälterkennung: 30l Kanister transparent,
Große Mengen können auch direkt abgesaugt bzw. in Großbehälter (IBC, 200l Fässer) abtransportiert werden. (gesonderte Anmeldung)

Besonderheiten:

Mit Öl verunreinigte Betriebsmittel werden extra gesammelt siehe Punkt 8.9.

08.06 Bohrölemulsionen      EAK 120109

Das gehört dazu:

Hierunter fallen alle Bohröl-, Schneidöl- und Schleifölemulsionen.

Wie ist der Entsorgungsweg:

Behälterkennung: 30l Kanister transparent

Besonderheiten:

Große Mengen können auch direkt in Großbehälter (IBC, 200l Fässer) abtransportiert werden. (gesonderte Anmeldung)

08.07 Chemikalien verunreinigtes Material     EAK 150202

Das gehört dazu:

Hierunter fallen alle chemisch verunreinigten Betriebsmittel die nicht mehr gereinigt werden können z.B.:- Handschuhe - Einwegpipetten- Wischtücher/ Putztücher- Kanülen (vor einfüllen in ein durchstich sicheres Gefäß geben und verschließen) - leere Gefäße mit Restanhaftungen (Erlenmeierkolben…)

Das gehört nicht dazu:

Achtung! Betriebsmittel verunreinigt mit Quecksilber, Quecksilberverbindungen, Arsen, Beryllium, Selen, Tellur, Thallium müssen gesondert entsorgt werden.
Laborchemikalien dürfen auf keinen Fall über Betriebsmittel entsorgt werden.

Wie ist der Entsorgungsweg:

Behälterkennung: 30l Spannringfass blau

Besonderheiten:

  • Insbesondere bei dieser Abfallart besteht die Gefahr der Zusammenbringung von Gefahrstoffen, für die ein Zusammenlagerungsverbot besteht. Es ist darauf zu achten, dass die Inhaltsstoffe nicht in gefährlicher Weise miteinander reagieren können. Z.B. dürfen keine brandfördernden Gefahrstoffe gemeinsam mit brennbaren Stoffen im Behälter vermischt werden.
  • Kanülen vor Einwerfen in das Spannringfass, in einen durchstichsicheren Behälter einfüllen.

Gefahrgut im Sinne der GGVSE, UN 2926

08.08 Ethidiumbromid     

Wann immer es die Arbeitsabläufe zulassen, sind Ethidiumbromid nach folgenden Gruppen getrennt zu sammeln:

  • Ethidiumbromid flüssig (siehe 08.08.01)
  • mit Ethidiumbromid verunreinigte Betriebsmittel (siehe 08.08.02)

08.08.01 Ethidiumbromid flüssig     EAK 160508

Das gehört dazu:

Hierunter fällt Ethidiumbromid und Ethidiumbromidgelee in flüssiger Form.

Wie ist der Entsorgungsweg:

Behälterkennung: 5l Kanister transparent

Besonderheiten:

Ausnahme 20 GGAV Abf. Gr. 9.4

Gefahrgut im Sinne der GGVSE, UN 2810

08.08.02 mit Ethidiumbromid verunreinigte Betriebsmittel     EAK 160508

Das gehört dazu:

Hierunter fallen alle Betriebsmittel, die mit Ethidiumbromid verunreinigt sind und nicht mehr gereinigt werden können z.B.:
  • Handschuhe
  • Einwegpipetten
  • Wischtücher/ Putztücher
  • Kanülen
  • leere Gefäße mit Restanhaftungen (Erlenmeyerkolben…)

Wie ist der Entsorgungsweg:

Behälterkennung: 30l Spannringfass blau

Besonderheiten:

Kanülen vor Einfüllen in ein durchstichsicheres Gefäß geben und verschließen.
Ausnahme 20 GGAV Abf. Gr. 9.4

Gefahrgut im Sinne der GGVSE, UN 2811

08.09 ölhaltige Betriebsmittel     EAK 150202

Das gehört dazu:

Hierunter fallen alle Betriebsmittel, die mit Öl verunreinigt sind und nicht mehr gereinigt werden können z.B.:
  • Handschuhe
  • ölhaltiges Bindemittel
  • Ölfilter
  • Wischtücher/ Putztücher
  • leere Gefäße mit Restanhaftungen

Das gehört nicht dazu:

Keine Sprühöle, Spraydosen z.B.: WD 40 in die ölhaltigen Betriebsmittel werfen. Siehe Punkt 8.11

Wie ist der Entsorgungsweg:

Diese können in den Sonderabfalllagern in Garching und München abgegeben werden.

Besonderheiten:

Große Mengen können auch direkt vor Ort aus Großbehältern (200l Fässer) umgeleert werden. (gesonderte Anmeldung)

Gefahrgut im Sinne der GGVSE, UN 3175

08.10 Altfarben, Altlacke, Klebstoffe     

Das gehört dazu:

Hierunter fallen alle öl- und lösemittelhaltige Altfarben, Altlacke und Klebstoffe sowohl ausgehärtet als auch nicht ausgehärtet.

Das gehört nicht dazu:

Keine Farbspraydosen z.B.: WD 40 in die ölhaltigen Betriebsmittel werfen. Siehe Punkt 8.11

Wie ist der Entsorgungsweg:

Diese können im Originalbehälter in den Sonderabfalllagern in Garching und München abgegeben werden.

Gefahrgut im Sinne der GGVSE, UN 1263

08.11 Spraydosen     

Das gehört dazu:

Hierunter fallen alle Arten von Spraydosen z.B.:
  • Farbsprays
  • Rostlöser
  • Sprühöle
  • Autopflegemittel
  • Insektenschutzmittel
  • Desinfektionsmittel

Das gehört nicht dazu:

Keine Gasflaschen und Lecture-Bottles

Wie ist der Entsorgungsweg:

Abgabe der Originalbehälter im Sonderabfalllager

Gefahrgut im Sinne der GGVSE, UN 1950

08.12 Leergebinde     

Das gehört dazu:

Hierunter fallen alle Großgebinde mit Restinhalt (Tropfmengen). Kleine Gebinde (kleiner 20l) mit Restinhalt siehe Punkt 8.7.

Wie ist der Entsorgungsweg:

Diese können in den Sonderabfalllagern in Garching und München abgegeben werden.

Besonderheiten:

Behälter dicht verschlossen, ohne Restanhaftungen außerhalb und mit Originalkennzeichnung.
Freistellung entsprechend Kap. 1.1.3.6 ADR ohne Mengenbegrenzung
Immer wieder ereignen sich beim Schweissen, Schneiden, Löten, Schleifen oder andern funken- und flammenerzeugenden Arbeiten an Behältern (Fässer, Kannen, Brennstofftanks) schwere Explosionen. Behälter daher nicht bearbeiten! Siehe SUVA-Information.

Gefahrgut im Sinne der GGVSE, UN 3509

08.13 Säure-/Bleiakkumulatoren     

Das gehört dazu:

Autobatterien, Motorradbatterien, Starterbatterien, USV-Batterien bzw. Nassbatterien gefüllt mit Säure.

Wie ist der Entsorgungsweg:

Diese können in den Sonderabfalllagern in Garching und München abgegeben werden.

Gefahrgut im Sinne der GGVSE, UN 2794

08.14 Ni-Cd- / Laugeakkumulatoren     

Das gehört dazu:

Autobatterien, Motorradbatterien, Starterbatterien, USV-Batterien bzw. Nassbatterien gefüllt mit Alkalien.

Wie ist der Entsorgungsweg:

Diese können in den Sonderabfalllagern in Garching und München abgegeben werden.

Gefahrgut im Sinne der GGVSE, UN 2795

08.15 elementares Quecksilber     

Das gehört dazu:

Hierunter fällt jede Art von elementarem Quecksilber z.B.:
  • Thermometer
  • Quecksilberdampfschalter
  • Quecksilberbarometer
  • Quecksilber in Flaschen

Das gehört nicht dazu:

Quecksilberverbindungen

Wie ist der Entsorgungsweg:

Abgabe nur im luftdicht verschlossenen Gefäß.

Besonderheiten:

Ausnahme 20 GGAV Abf. Gr. 9.2

Gefahrgut im Sinne der GGVSE, UN 2809

08.16 Ausschlußchemikalien     

Hierunter fallen alle gefährlichen Abfälle und Laborchemikalien, für die unter Punkt 8 dieses Leitfadens keine explizite Entsorgungsmöglichkeit beschrieben ist. Anorganische und organische Chemikalien werden getrennt gesammelt bzw. vorsortiert.
Alle Laborchemikalien werden mit dem Formular Entsorgung von Chemikalien (siehe Anhang) zur Entsorgung angemeldet. Die Laborchemikalien können bis zu einer Größe von 60l Kanister/ Spannringfass verpackt werden. Die Maximalgrößen für einzelne Chemikalien werden durch die Entsorgungsanlage bzw. den ADR beschränkt. Größere Behälter müssen durch den Abfallerzeuger umgefüllt werden. Bei Mengenbegrenzungen von Stoffarten durch die Verbrennungsanlage gilt dies ebenfalls.

Wie ist der Entsorgungsweg:

Abgabe im Originalbehälter mit vollständiger Kennzeichnung (Gefahrstoffrecht) nach aktueller Vorschriftenlage

Besonderheiten:

Ausnahme 20 GGAV Abf. Gr. (nach Inhaltsstoff)
Gefahrgut im Sinne der GGVSE (UN-Nummer nach Inhaltsstoff)

08.17 Trockenbatterien     

Das gehört dazu:

Hierunter fallen alle Batterien aus elektronischen Geräten, die nicht mit flüssiger Säure oder Lauge gefüllt sind. Diese sind in 3 Kategorien unterteilt:
  1. herkömmliche Batterien z. B.: ZnC-, Zn-Luft-, AlMn-, NiCd-, NiMH- und Pb-Batterien
  2. Hochenergiebatterien: primäre und sekundäre Lithiumsysteme, ggf. auch leistungsstarke Nickelsysteme und/oder zukünftige Alternativtechnologien
  3. beschädigte Hochenergiebatterien

Das gehört nicht dazu:

Batterien, die mit flüssiger Säure oder Lauge gefüllt sind (08.13).

Wie ist der Entsorgungsweg:

Trockenbatterien können in den Sonderabfalllagern in Garching und München abgegeben werden.

Besonderheiten:

Achtung! Abgabe von Hochenergiebatterien nur mit abgeklebten Polen!
Je nach Batterietyp sind folgende UN-Nummern möglich: 3090, 3091, 3480, 3481.
Unter gewissen Randbedingungen ist der Versand freigestellt.
Bericht der Innenministerkonferenz "Untersuchung des Brandverhaltens von Lithium-Ionen- und Lithium-Metall-Batterien in verschiedenen Anwendungen und Ableitung einsatztaktischer Empfehlungen"

Gefahrgut im Sinne der GGVSE, UN 3090

08.18 Leuchtstoffröhren     

Das gehört dazu:

Hierunter fallen alle Leuchtstofflampen (stabförmig, nicht stabförmig), Kompaktleuchtstofflampen, Energiesparlampen, Hochdruckentladungslampen, Speziallampen (z.B.: Xenon –Kurzbogen-Lampen).

Wie ist der Entsorgungsweg:

Leuchtstoffröhren können in den Sonderabfalllagern in Garching und München abgegeben werden.

Besonderheiten:

Achtung! Abgabe nur im ganzen Zustand. Lampen dürfen nicht zerschlagen werden. Quecksilberaustritt!
Kein Gefahrgut im Sinne der GGVSE.
Besondere Verpackungsvorschriften beachten.

08.19 Mineralwolle / Dämmmaterial     

Das gehört dazu:

Hierunter fallen alle Dämmaterialien mit künstlichen Mineralfasern (Glaswolle, Steinwolle, Basaltwolle).

Wie ist der Entsorgungsweg:

Achtung! Abgabe nur im luftdichten verschlossenen Zustand nach vorheriger Anmeldung.

Besonderheiten:

Kein Gefahrgut im Sinne der GGVSE.

08.20 Asbest     

Das gehört dazu:

Hierunter fallen Eternitplatten, Heizpilze mit Asbest, Schweißerhandschuhe mit Asbest, Rohrleitungen und Hitzeschutz mit Asbest.

Wie ist der Entsorgungsweg:

Achtung! Abgabe nur im luftdichten verschlossenen Zustand nach vorheriger Anmeldung.

Besonderheiten:

Kein Gefahrgut im Sinne der GGVSE bei Asbestzementabfällen oder sonstigen Asbestprodukten, die in ein natürliches Bindemittel eingebunden sind und die TRGS 519 umgesetzt wurde.

08.21 Gasflaschen, verdichtete Gase     

Gasflaschen sind grundsätzlich an den Hersteller bzw. Lieferanten zurückzugeben.
Eine Entsorgung über die TUM erfolgt nur dann, wenn eine Rückgabe an den Hersteller nicht möglich ist. Gasflaschen die z.B. durch Räumaktionen von Gebäuden/Räumen aufgefunden und keiner Einrichtung mehr zugeordent werden können, müssen bei Nichtannahme durch den Lieferanten separat angemeldet werden.

Wie ist der Entsorgungsweg:

Anmeldung zur Entsorgung (im Originalbehälter) über das Formular "Entsorgung von Gasflaschen" (siehe Anhang). Dem Anmeldeformular ist ein Foto der Gasflasche beizufügen.

Besonderheiten:

Bis zur Entsorgung ist sicherzustellen, dass von der Druckgasflasche keinerlei Gefahr für Personen oder die Umwelt ausgehen kann.
Gefahrgut im Sinne der GGVSE, UN-Nummer nach Inhaltsstoff.

08.22 Elektronikschrott/Kühlgeräte     

Das gehört dazu:

Hierunter fällt jede Art von elektronischen Bauteilen und Geräten z.B.:
  • Computer
  • Bildschirme
  • Kabel
  • Platinen
  • Elektromotoren

Das gehört nicht dazu:

Leuchtstofflampen (8.18), Trockenbatterien und Akkus (8.17)

Wie ist der Entsorgungsweg:

Abgabe in den Abfallsammelstellen.

Besonderheiten:

Es dürfen keine Gefahrstoffe in den Geräten vorhanden sein. Gefahrstoffe sind zum Schutz an der Entsorgung beteiligter Dritter vorher restlos abzulassen / zu entnehmen und entsprechend den Vorgaben dieses Leitfadens zu entsorgen.
Beispiele:
  • Pumpen mit Öl gefüllt
  • Laser mit Farbstoff
  • Quecksilberkippschalter
  • Berylliumfenster

Kein Gefahrgut im Sinne der GGVSE.

09 Gefahrguttransporte (ohne den Bereich Entsorgung)     

Hier werden in alphabetischer Reihenfolge Hinweise zum Gefahrguttransport veröffentlicht, die nicht in Zusammenhang mit der Entsorgung stehen.

09.B      

Transport von Benzin (z.B. für Rasenmäher) im Dienstwagen

Benzin für einen Rasenmäher kann unter der Berücksichtigung der 1000-Punkte-Regel des ADR transportiert werden. Voraussetzungen dafür sind:

  • Maximal 333 Liter pro Fahrzeug (max. 16 Kanister zu 20 Liter)
    Hinweis: Falls andere Gefahrgüter auch noch mitgeführt werden, reduziert sich diese Menge gemäß Tabelle 1.1.3.6.3 ADR
  • Die Kanister müssen dem ADR entsprechen, d.h. unbeschädigt, UN-Kennzeichnung (min. Y) und bei Kunststoffverpackungen maximal 5 Jahre alt sein
    Hinweis:Kunststoff-Verpackungen für Gefahrgüter haben eine maximale Verwendungsdauer ab Herstellungsdatum von 5 Jahren, es sei denn, das eingefüllte Gut erlaubt dies nicht. Am Prägestempel einer Kunststoffverpackung ist das Herstellungsdatum ersichtlich.
  • Die Kanister müssen mit ADR Klasse 3 Aufkleber (min. 10 x 10cm) gekennzeichnet werden
  • Beförderungspapier gemäß ADR (siehe Punkt 11.07 dieses Leitfadens)

Abbildung(en):

Versand von biologischen Proben

Biologische Proben unterliegen keinen weiteren Vorschriften des ADR, wenn sie nach Verpackungsanweisung P650 verpackt sind:
Die Verpackung muss von guter Qualität und genügend widerstandsfähig sein. Außerdem muss sichergestellt werden, dass ein Austreten verhindert wird.
Die Verpackung muss aus drei Bestandteilen bestehen:
  • einem Primärgefäß
  • einer Sekundärverpackung
  • einer Außenverpackung (Sekundär- oder Außenverpackung müssen starr sein)
Primärgefäße sind in der Sekundärverpackung so zu verpacken, dass ein Zubruchgehen, Durchstoßen oder Austreten von Inhalt in die Sekundärverpackung verhindert wird.
Polstermaterial ist so zu wählen, dass bei Austreten das Polstermaterial und die Außenverpackung nicht beschädigt werden.
Es muss das Kennzeichen "BIOLOGISCHER STOFF, KATEGORIE B" (siehe Abbildung) an der Oberfläche der Außenverpackung angebracht werden.
Das Kennzeichen muss mindestens 50 x 50 mm und die Schrift eine Zeichenhöhe von mindestens 6 mm betragen. Die Linie muss mindestens 2 mm betragen und das Kennzeichen muss deutlich sichtbar und lesbar angebracht sein. Eine der Oberflächen der Außenverpackung muss eine Mindestabmessung von 100 x 100 mm haben.
Versandstücke müssen eine Fallprüfung aus 1,2 m bestehen.
Für flüssige Stoffe:
  • Primärgefäß muss flüssigkeitsdicht sein
  • Sekundärverpackung muss flüssigkeitsdicht sein
  • Bei mehreren zerbrechlichen Primärgefäßen in einer Sekundärverpackung müssen diese einzeln eingewickelt werden oder so voneinander getrennt sein, dass gegenseitige Berührungen verhindert werden
  • Zwischen Primärgefäß und Sekundärverpackung muss saugfähiges Material sein
  • Primärgefäß oder Sekundärverpackung muss einem Innendruck von 95 kPa (0,95 bar) standhalten
Für feste Stofe:
  • Primärgefäß muss staubdicht sein
  • Sekundärverpackung muss staubdicht sein
  • Bei mehreren zerbrechlichen Primärgefäßen in einer Sekundärverpackung, müssen diese einzeln eingewickelt werden oder so voneinander getrennt sein, dass gegenseitige Berührungen verhindert werden
  • Bei Zweifel, wenn während Beförderung Restflüssigkeit im Primärgefäß vorhanden sein kann, muss eine für flüssige Stoffe geeignete Verpackung verwendet werden
Werden Proben mit Trockeneis oder Stickstoff gekühlt oder sind gefroren, müssen die Vorschriften des Abschnitts 5.5.3 ADR angewendet werden. Primärgefäß und Sekundärverpackung dürfen nicht beeinträchtigt werden. Wenn Umverpackungen verwendet werden, müssen diese mit den oben genannten Versand-Kennzeichen (siehe Abbildung) gekennzeichnet sein oder deutlich sichtbar sein. Hersteller und nachfolgende Verteiler von Verpackungen müssen klare Anweisung erteilen für das Befüllen und Verschließen an den Absender oder die Person, die das Versandstück vorbereitet. Andere gefährliche Güter dürfen nicht mit ansteckungsgefährlichen Stoffen (Klasse 6.2) in derselben Verpackung zusammengepackt werden, außer sie sind für die Aufrechterhaltung der Lebensfähigkeit, Stabilisierung, Verhinderung des Abbaus oder für die Neutralisierungerforderlich. Klasse 3, 8 und 9 dürfen höchstens 30 ml in jedem Primärgefäßen enthalten. Werden Stoffe in der Güterbeförderungseinheit frei, darf diese erst nach gründlicher Reinigung wiederverwendet werden. Alle anderen Stoffe oder Gegenstände sind auf Verunreinigungen zu prüfen.

Abbildung(en):

09.D      

Interner Transport von Druckgasflaschen

Informationen finden Sie unter G (Gasflaschen)

09.G      

Interner Transport von Druckgasflaschen

Allgemeine Anforderungen:

  • Während des gesamten Vorgangs der Beförderung darf das Gefahrgut, nicht Dritten überlassen werden
  • Unfälle oder Zwischenfälle sind sofort zu melden (Tel. 110/112)
Anforderungen an Verpackungen:
  • Gasflaschen müssen für den Transport zugelassen sein (UN-Kennzeichnung)
  • Gasflaschen sind gekennzeichnet (Gefahrzettel, UN-Nummer, ggf. Gefahrstoffkennzeichnung)
  • Gasflaschen sind mit Schutzkappen zu versehen
  • Gasflaschen sind unbeschädigt
Anforderungen beim Be- und Entladen:
  • Motor ist während des Be- und Entladens abzustellen
  • Verladen sollte bei offenen oder belüfteten Fahrzeug stattfinden
  • Kein Umgang mit Feuer und offenem Licht sowie Rauchverbot bei Ladearbeiten und in der Nähe von Gasflaschen
  • Transportbehälter und sonstige Ladung ist im Fahrzeug sicher zu befestigen, so dass sie ihre Position zueinander sowie im Laderaum nicht verändern können (z.B. Spanngurte oder Transportboxen verwenden)
  • Gefahrgut darf nicht unbeaufsichtigt sein
Transportierte Gefahrgüter:
  • Die maximalen zulässigen Mengen an Gefahrgut (Kleinmengenregelung nach 1.1.3.6 ADR) sind eingehalten. Die beförderten Gefahrgüter liegen unter 1000 Punkte (Tabelle siehe Abbildung unten).
  • Werden mehrere Stoffe transportiert reduziert sich die Menge pro Stoff (ACHTUNG 1000-Punkte-Regel beachten)
Transport:
  • Feuerlöscher (2kg) sowie persönliche Schutzausrüstung (ggf. Schutzbrille und Schutzhandschuhe) sind mitzuführen. Feuerlöscher müssen EN 3 entsprechen und alle 2 Jahre überprüft werden
  • Kleinmengen gemäß 1.1.3.6 ADR unterliegen nicht den Tunnelbeschränkungen (ADR 8.6.3.3), gilt nur in den ADR-Mitgliedsstaaten (z.B. CH, FR, SP, IT, AU)
Beförderungspapier:
Verwenden Sie das Beförderungspapier Beförderungspapier_intern_Gasflaschen

Abbildung(en):

09.L      

Versand funktionsfähiger Lithiumbatterien

Lithium-Ionen-Batterien:
Unterliegen nicht den übrigen Vorschriften des ADR, wenn
  • Zelle: max. 20 Wh
  • Batterie: max. 100 Wh
Lithium-Metall-Batterien:
Unterliegen nicht den übrigen Vorschriften des ADR, wenn
  • Zelle: max. 1 g Li
  • Batterie: max. 2 g Li
Sondervorschrift 188:
Unterliegen nicht den übrigen Vorschriften des ADR, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:
  • Zellen und Batterien müssen so geschützt sein, dass Kurzschlüsse verhindert sind
  • Innenverpackungen müssen in starken Außenverpackungen verpackt sein
  • Zellen und Batterien in Ausrüstung sind so zu verpacken, dass Kurzschlüsse, Beschädigungen und unbeabsichtigte Auslösung verhindert werden
  • Jedes Versandstück (außer in Ausrüstung) muss eine Fallhöhe von 1,2 m bestehen
  • Die Bruttomasse der Versandstücke dürfen 30 kg nicht überschreiten (außer in oder mit Ausrüstung verpackt)
  • Jedes Versandstück muss mit den Abfertigungskennzeichen für Lithiumbatterien (siehe Abbildungen) mit folgenden Eintragungen gekennzeichnet sein:
    • "UN 3480" für Lithium-Ionen-Batterien
    • "UN 3481" für Lithium-Ionen-Batterien in Ausrüstung oder mit Ausrüstung verpackt
    • "UN 3090" für Lithium-Metall-Batterien
    • "UN 3091" für Lithium-Metall-Batterien in Ausrüstung oder mit Ausrüstung verpackt
    • Telefonnummer für weitere Informationen (muss 24h erreichbar sein)
Wenn Versandstücke in eine Umverpackung eingesetzt sind, sind die Kennzeichen entweder erneut auf der Umverpackung oder deutlich sichtbar anzubringen. Die Umverpackung muss mit den Worten "Umverpackung" (Buchstabenhöhe mind. 12 mm) gekennzeichnet sein.

Achtung!
Lithium-Ionen-Batterien:
Unterliegen den Vorschriften des ADR, wenn
  • Zelle: > 20 Wh
  • Batterie: > 100 Wh
Lithium-Metall-Batterien:
Unterliegen den Vorschriften des ADR, wenn
  • Zelle: > 1 g Li
  • Batterie: > 2 g Li
Kennzeichnung nach Gefahrgutklasse 9A (siehe Abbildung)
Bitte bei erstmaligem Versand Anfrage an gefahrgut.hr6@tum.de stellen.

Abbildung(en):

09.T      

Transport von Trockeneis

Trockeneis ist komprimiertes, festes Kohlendioxid (CO2) mit einer Temperatur von - 78,9 ˚C. Es geht vom festen in einen gasförmigen Zustand über. Dabei entsteht Kohlendioxidgas, welches zwar nicht brennbar und nicht ätzend ist, aber ggf. bei hoher Konzentration zur Erstickung führen kann.
Grundsätzlich handelt es sich bei Trockeneis um Gefahrgut „UN 1845 Kohlendioxid, fest (Trockeneis), 9“. Auf der Straße ist Trockeneis, wenn es als Kühlmittel eingesetzt wird, nicht als Gefahrgut zu behandeln. Auf dem Versandstück muss die Benennung und ein Hinweis auf Trockeneis angegeben werden (siehe ADR 5.5.3.4.1).
Hinweis:
UN 1845 Kohlendioxid, fest (Trockeneis), als Kühlmittel
Zudem darf ein Versandstück maximal 30 kg Trockeneis als Kühlmittel enthalten.
Achtung: Wenn sich das Trockeneis im Laufe des Transports verflüchtigt, darf das Versandgut im Karton nicht verrutschen! Verwenden Sie Trockeneis deshalb nicht als Polstermaterial.

Abbildung(en):

Besonderheiten:

10 FAQ: Antworten auf häufig gestellte Fragen     

10.01 Allgemein     

10.01.01 Wie kann ich den Gefahrgutbeauftragten der TUM erreichen?

Als Gefahrgutbeauftragter ist die iga tec gmbh beauftragt.
Kontaktdaten: gefahrgut@tum.de
Telefon: 089 / 85 66 12 20
Ansprechpartner: Angela Grabowski, Matthias Rothut
Weitere Informationen finden Sie auf der AGU-Seite Gefahrgutbeauftragter.

10.01.02 Wie kann ich selbst in das ADR (Gefahrgutvorschriften Straße) einsehen?

Jeder Mitarbeiter der TUM kann aus dem MWN (Münchener Wissenschaftsnetz) auf umwelt-online.de zugreifen*. Hier ist die aktuelle Ausgabe des ADR (Gefahrgutvorschriften Straße) hinterlegt.
*: Für den Zugang zu umwelt-online ist einmalig eine Proxyeinstellung im Browser erforderlich.

10.01.03 Wann unterliegt ein Transport den Gefahrgutvorschriften?

Das ADR (Gefahrgutvorschriften Straße) gilt erst, wenn es sich um Transporte

  • mit motorisierten Fahrzeugen (§ 2, Nr. 6 GGVSEB …mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 25 Kilometer pro Stunde …)
  • im öffentlichen Verkehr (Werksverkehr ausgeschlossen)
handelt.

10.01.04 Welche Vorschriften sind bei den verschiedenen Verkehrsträgern (Straße, Luft, Schiene etc.) in Bezug auf einen Gefahrguttransport zu beachten?

Für den Transport von Gefahrgütern auf der Straße muss die aktuellste Fassung des ADR beachtet werden. Es regelt alle zu beachtenden Vorschriften für den Verkehrsträger Straße. Die jährliche Gefahrgutschulung ist ausreichend, um befähigt zu sein mit den Verkehrsträger Straße eine Beförderung von Gefahrgütern durchführen zu können.
Für den Transport von Gefahrgütern per Luftfracht muss die aktuellste Fassung der IATA-DGR beachtet werden. Sie regelt alle zu beachtenden Vorschriften für den Verkehrsträger Luft. Die jährliche Gefahrgutschulung ist nicht ausreichend, um befähigt zu sein mit den Verkehrsträger Luft eine Beförderung von Gefahrgütern durchführen zu können. Eine zusätzliche Schulung wird hierfür benötigt.
Für die restlichen Verkehrsträger, welche lauten Schiene, See und Binnenfahrt, gelten nochmals eigene Rechtsvorschriften. Für diese werden auch zusätzliche Schulungen benötigt. Das RID regelt den Transport von Gefahrgütern auf der Schiene, der IMDG-Code den Transport auf der See und das ADN den Transport per Binnenschifffahrt.

10.01.05 Woher bekomme ich die richtige Kennzeichnung (Gefahrzettel, Aufschriften) für mein Paket?

Die Stabsstelle Entsorgung und Umwelt der ZA4 kann Gefahrzettel der Gefahrgutklassen 3, 4.1, 4.2, 4.3, 6.1, 8 und 9 in Einzelfällen zur Verfügung stellen.

Größere Mengen an Gefahrzetteln können bei speziellen Händlern selbst erworben werden.
Beispiele:
SETON – Sicherheit und Kennzeichnung
Tel.: 061 03 / 75 98 – 0
Fax: 061 03 / 75 98 – 49
E-Mail: info@seton.de
Internet: www.seton.de

Schlemmer GmbH
Tel.: 089 / 66 51 84 – 0
Fax: 089 / 66 51 84 – 90
E-Mail: info@schlemmer.de
Internet: www.schilder.de

Berndt Gefahrgutausrüstung
Tel.: 051 21 / 20 69 69 – 1
Fax: 051 21 / 20 69 69 – 2
E-Mail: vertrieb@gefahrgutshop.de
Internet: www.gefahrgutshop.de

10.01.06 Darf Gefahrgut mit öffentlichen Verkehrsmitteln befördert werden?

Die Beförderung von Gefahrgut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterliegt nicht dem ADR. Ein Transport von Gefahrgütern mit diesen ist aber dennoch aufgrund der Beförderungsbedingungen der deutsche Bahn bzw. des MVV-Gemeinschaftstarifs verboten! Bei einen Verstoß gegen diese Regelungen drohen Geldstrafen bis hin zu Freiheitsstrafen und ein lebenslanges Fahrverbot mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

10.01.07 Ich möchte ein Versandstück per Flugzeug (national oder international), z.B. in die USA verschicken, darf ich das?

Um Versandstücke für den Luftfrachttransport für In-/Auslandverpacken oder versenden zu dürfen, bedarf es einer speziellen Schulung gemäß ICAO/IATA (Gefahrgutrecht Luftverkehr). Diese Schulung dauert für einen Verpacker im Durchschnitt zwei Tage und für den Versender vier Tage. Am Schluss der Schulung muss eine vom Luftfahrt Bundesamt geprüfte Prüfung abgelegt werden. Diese Prüfung muss in einem Zeitabstand von 24 Monaten wiederholt werden. Solange Sie diese Schulung nicht vorweisen können, dürfen Sie keine Versandstücke per Luftfrachtverkehr verpacken oder versenden. In diesen Fall wenden Sie sich bitte an ein Transportunternehmen, welches auf diese Beförderungsart spezialisiert ist.
Beispiele:
Airport Packing Service GmbH
Tel.: 0861 / 1 66 10-0
Fax: 0861 / 90 94 90 35
E-Mail: info@packingservice.de
Internet: www.packingservice.de/aps_kontakt.htm

AVS Airport-Verpackungs-Service GmbH
Tel.: 089 / 97 59 45 91
E-Mail: AVS@Airport-Verpackungen.de
Internet: www.airport-verpackungen.de

iga tec gmbh ®
systeme – beratung – coaching
Tel.: 089 / 85661220
Fax: 089 / 85661221
Email: matthias.rothut@iga-tec.de
Internet: https://www.iga-tec.de

10.01.08 Wer zahlt das Bußgeld, falls etwas einmal schiefgehen sollte?

Nach § 37 GGVSEB handelt ordnungswidrig, wer vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 4 oder der §§ 17 bis § 34 a) verstößt. Also es zahlt derjenige, welcher für den Verstoß verantwortlich ist.

10.01.09 Was ist Gefahrgut?

Gefährliche Güter sind Stoffe und Gegenstände, von denen auf Grund

  • ihrer Natur (z.B. giftig),
  • ihrer Eigenschaften (z.B. Säuren) oder
  • ihres Zustandes (z.B. geschmolzene....)
bei der Beförderung Gefahren ausgehen für
  • die öffentliche Sicherheit oder Ordnung,
  • insbesondere für die Allgemeinheit,
  • für wichtige Gemeingüter,
  • für Leben und Gesundheit von Menschen
  • sowie für Tiere und Sachen.

10.02 Beteiligte Personen     

10.02.01 Ab wann bin ich eine beteiligte Person am Gefahrguttransport?

Sofort, wenn Sie Absender (=Versender), Beförderer, Verpacker, Verlader, Befüller, Entlader oder Empfänger von Gefahrgut sind.

10.02.02 Wer benennt die beteiligte Person für Gefahrgut?

Hierfür ist keine offizielle Benennung nötig. Unterlässt eine Führungskraft die Organisation gilt sie selbst als beteiligte Person.

10.02.03 Muss eine beteiligte Person für Gefahrgut geschult werden?

Ja. Bereits vor Aufnahme der Tätigkeit ist die Person vom Vorgesetzten hinsichtlich Gefahrgut zu unterweisen. Darüber hinaus besteht die Pflicht der jährlichen Schulung durch den Gefahrgutbeauftragten.
Details regelt die Organisationsverfügung Gefahrgut der TUM.

10.02.04 Wie oft muss eine beteiligte Person an einer Schulung zum Thema Gefahrgut teilnehmen?

Sie müssen mindestens einmal im Jahr an einer Schulung zum Thema Gefahrgut teilnehmen.

10.02.05 Wer ist offiziell Absender eines Gefahrgutes?

Absender ist diejenige Person/der Lehrstuhl, die/der selbst oder für einen Dritten gefährliche Güter versendet. Erfolgt die Beförderung auf Grund eines Beförderungsvertrags, gilt als Absender der Absender nach diesem Vertrag.

10.02.06 Was sind die Pflichten des Absenders?

Die Pflichten des Absenders sind:

  • Sicherstellung, dass die gefährlichen Güter gem. dem ADR klassifiziert und zur Beförderung zugelassen sind
  • Erstellung und Übergabe der Beförderungs- und Begleitpapiere
  • Verwendung geeigneter Verpackungen, die für die Beförderung der betreffenden Güter zugelassen und geeignet, sowie mit den im ADR vorgeschriebenen Kennzeichnungen versehen sind.
  • Beachtung der Vorschriften über die Versandart und Versandbeschränkungen
  • Behandlung von ungereinigten und nicht entgasten Tanks wie gefüllte Tanks
Zur Unterstützung bei dieser Aufgabe steht eine Kontrollcheckliste für Gefahrguttransporte (siehe Anhang) zur Verfügung.

10.02.07 Wer ist offiziell Verpacker eines Gefahrgutes?

Verpacker ist diejenige Person/der Lehrstuhl, die/der die gefährlichen Güter in Verpackungen einschließlich Großverpackungen und IBC einfüllt oder die Versandstücke zur Beförderung vorbereitet. Verpacker ist auch diejenige Person/der Lehrstuhl, die/der das gefährliche Güter verpacken lässt oder das Versandstücke oder deren Kennzeichnung oder Bezettelung ändert, oder ändern lässt.

10.02.08 Was sind die Pflichten des Verpackers?

Die Pflichten des Verpackers sind:

  • die Verpackungsvorschriften und die Vorschriften über die Zusammenpackung zu beachten und
  • wenn er die Versandstücke zur Beförderung vorbereitet, die Vorschriften über die Kennzeichnung und Bezettelung zu beachten und die Kennzeichnung vorzunehmen.

10.02.09 Wer ist offiziell Verlader/Befüller eines Gefahrgutes?

Verlader/Befüller ist diejenige Person/der Lehrstuhl, die/der verpackte gefährliche Güter, Kleincontainer oder ortsbewegliche Tanks in oder auf ein Fahrzeug verlädt. Verlader ist auch das Unternehmen, das als unmittelbarer Besitzer das gefährliche Gut dem Beförderer zur Beförderung übergibt.

10.02.10 Was sind die Pflichten des Verladers/Befüllers?

Die Pflichten des Verladers/Befüllers sind:

  • Er darf gefährliche Güter dem Beförderer nur übergeben, wenn sie gemäß ADR zur Beförderung zu-gelassen sind.
  • Er hat bei der Übergabe verpackter gefährlicher Güter zur Beförderung zu prüfen, ob die Verpackung beschädigt ist. Er darf ein Versandstück, dessen Verpackung beschädigt ist, so dass gefährliches Gut austritt oder austreten kann, zur Beförderung erst zu übergeben, wenn der Mangel beseitigt worden ist.
  • Er hat beim Verladen von gefährlichen Gütern in Fahrzeuge, Großcontainern oder Kleincontainern die Vorschriften für die Beladung und Handhabung zu beachten.
  • Er hat beim Verladen von Versandstücken die Zusammenladeverbote auch unter Berücksichtigung der bereits im Fahrzeug oder Großcontainer befindlichen gefährlichen Güter zu beachten.

10.02.11 Wer ist offiziell Beförderer eines Gefahrgutes?

Beförderer ist diejenige Person/der Lehrstuhl, die/der die Beförderung von gefährlichen Gütern durchführt.

10.02.12 Was sind die Pflichten des Beförderers?

Die Pflichten des Beförderers sind:

  • Er hat zu prüfen, ob die zu befördernden gefährlichen Güter gemäß ADR zur Beförderung zugelassen sind
  • Er hat sich zu vergewissern, dass alle im ADR vorgeschriebenen Informationen zu den zu befördernden Gütern vom Absender vor der Beförderung zur Verfügung gestellt wurden, dass die vorgeschriebenen Unterlagen in der Beförderungseinheit mitgeführt werden
  • Er hat sich durch eine Sichtprüfung zu vergewissern, dass die Fahrzeuge und die Ladung keine offensichtlichen Mängel, keine Undichtheiten oder Risse aufweisen, dass keine Ausrüstungsteile fehlen usw.
  • Er hat zu prüfen, dass die Fahrzeuge nicht überladen sind
  • Er hat sich zu vergewissern, dass die für die Fahrzeuge vorgeschriebenen Großzettel und Kennzeichnungen angebracht sind
  • Er hat sich zu vergewissern, dass die in den schriftlichen Weisungen für den Fahrzeugführer vorgeschriebenen Ausrüstungen im Fahrzeug mitgeführt werden
  • Er hat sicherzustellen, dass die erforderlichen Beförderungspapiere und Begleitpapiere dem Fahrzeugführer übergeben werden

10.02.13 Wer ist offiziell Empfänger eines Gefahrgutes?

Empfänger ist diejenige Person/der Lehrstuhl, die/der gefährliche Güter vom Beförderer entgegennimmt.

10.02.14 Was sind die Pflichten des Empfängers?

Die Pflichten des Empfängers sind:

  • Er hat die Annahme des Gutes nicht ohne zwingenden Grund zu verzögern und nach dem Entladen zu prüfen, dass die ihn betreffenden Vorschriften des ADR eingehalten worden sind
  • Er hat einen Verstoß zu beheben, bevor er ein Gefahrgut zurückstellt (z.B. undichter Behälter etc.)
  • Er hat dafür zu sorgen, dass im Falle einer Beauftragung anderer Beteiligter (Entlader etc.), die Vorschriften des ADR eingehalten werden

10.03 Einstufung, Klassifizierung     

10.03.01 Wie finde ich heraus, ob ein Stoff oder Gegenstand den Gefahrgutvorschriften unterliegt?

Die Hersteller von gefährlichen Stoffen oder Gegenständen sind verpflichtet ein Sicherheitsdatenblatt vorzuhalten, welches Ihnen ausgehändigt werden muss. Im Abschnitt/Punkt 14 dieses Sicherheitsdatenblattes ist aufgeführt, ob es sich um Gefahrgut handelt oder nicht. Zudem sind die UN-Nummer, Gefahrgutklasse, Verpackungsgruppe und offizielle Benennung des Gutes, falls es sich um Gefahrgut handelt, dort genannt.

10.03.02 Was sind Gefahrgutklassen?

Von den Gefahrgütern gehen unterschiedliche Risiken aus: sie können z.B. explosiv, ätzend, giftig sein. Um die Schutzmaßnahmen in den Vorschriften logisch zusammenzufassen, werden die Gefahrgüter in Klassen und Unterklassen eingeteilt.

10.03.03 Welche Gefahrgutklassen gibt es?

Klasse 1: Explosive Stoffe und Gegenstände mit Explosivstoff

Unterklasse 1.1: Stoffe und Gegenstände, die massenexplosionsfähig sind. (Eine Massenexplosion ist eine Explosion, die nahezu die gesamte Ladung praktisch gleichzeitig erfasst.)

Abbildung(en):

Unterklasse 1.2: Stoffe und Gegenstände, die die Gefahr der Bildung von Splittern, Spreng- und Wurfstücken aufweisen, aber nicht massenexplosionsfähig sind.

Abbildung(en):

Unterklasse 1.3: Stoffe und Gegenstände, die eine Feuergefahr besitzen und die entweder eine geringe Gefahr durch Luftdruck oder eine geringe Gefahr durch Splitter, Spreng- und Wurfstücke oder durch beides aufweisen, aber nicht massenexplosionsfähig sind,

  • bei deren Verbrennung beträchtliche Strahlungswärme entsteht oder
  • die nacheinander so abbrennen, dass eine geringe Luftdruckwirkung oder Splitter-, Sprengstück-, Wurfstückwirkung oder beide Wirkungen entstehen.

Abbildung(en):

Unterklasse 1.4: Stoffe und Gegenstände, die im Falle der Entzündung oder Zündung während der Beförderung nur eine geringe Explosionsgefahr darstellen. Die Auswirkungen bleiben im Wesentlichen auf das Versandstück beschränkt, und es ist nicht zu erwarten, dass Sprengstücke mit größeren Abmessungen oder größerer Reichweite entstehen. Ein von außen einwirkendes Feuer darf keine praktisch gleichzeitige Explosion des nahezu gesamten Inhalts des Versandstückes nach sich ziehen.

Abbildung(en):

Unterklasse 1.5: Sehr unempfindliche massenexplosionsfähige Stoffe, die so unempfindlich sind, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zündung oder des Überganges eines Brandes in eine Detonation unter normalen Beförderungsbedingungen sehr gering ist. Als Minimalanforderung für diese Stoffe gilt, dass sie beim Außenbrandversuch nicht explodieren dürfen

Abbildung(en):

Unterklasse 1.6: Extrem unempfindliche Gegenstände, die nicht massenexplosionsfähig sind. Diese Gegenstände enthalten nur extrem unempfindliche Stoffe und weisen eine zu vernachlässigende Wahrscheinlichkeit einer unbeabsichtigten Zündung oder Fortpflanzung auf.

Abbildung(en):

Klasse 2: Gase

Unterklasse 2.1: Entzündbare Gase

Abbildung(en):

Unterklasse 2.2: Nicht entzündbare, nicht giftige Gase

Abbildung(en):

Unterklasse 2.3: Giftige Gase

Abbildung(en):

Klasse 3: Entzündbare flüssige Stoffe

Abbildung(en):

Klasse 4.1: Entzündbare feste Stoffe, selbstzersetzliche Stoffe und desensibilisierte explosive feste Stoffe

Abbildung(en):

Klasse 4.2: Selbstentzündliche Stoffe

Abbildung(en):

Klasse 4.3: Stoffe, die in Berührung mit Wasser entzündbare Gase entwickeln

Abbildung(en):

Klasse 5.1: Entzündend (oxidierend) wirkende Stoffe

Abbildung(en):

Klasse 5.2: Organische Peroxide

Abbildung(en):

Klasse 6.1: Giftige Stoffe

Abbildung(en):

Klasse 6.2: Ansteckungsgefährliche Stoffe

Abbildung(en):

Klasse 7: Radioaktive Stoffe

Abbildung(en):

Klasse 8: Ätzende Stoffe

Abbildung(en):

Klasse 9: Verschiedene gefährliche Stoffe und Gegenstände.

Abbildung(en):

10.03.04 Was ist eine UN-Nummer?

Weltweit werden Stoffe, Lösungen oder Gemische zur Identifizierung einer vierstelligen Zahl zugeordnet, die bei der UNO vergeben wird. Diese UN-Nummer oder Stoffnummer erscheint im gesamten Beförderungskreislauf.
Beispiel: UN 1203 Benzin

10.03.05 Was bedeutet „n.a.g.“ am Ende einer offiziellen Benennung eines Gefahrgutes?

„n.a.g.“ bedeutet „nicht anderweitig genannt“. Bei Zuordnung der Sondervorschrift 274 muss die technische Benennung des Gutes ergänzt werden.
Beispiel: UN 1325 Entzündbarer organischer fester Stoff, n.a.g. (Ferrocen, Nickelocen)

10.04 Verpackung     

10.04.01 Was ist eine Verpackungsgruppe (VG)?

Die Verpackungsgruppe ist eine weitere grobe Einteilung für Gefahrgüter. Es gibt die Verpackungsgruppen I, II und III.
I steht für eine hohe Gefahr, II für eine mittlere Gefahr und III für eine geringe Gefahr.
Die Verpackungsgruppe ist zudem wichtig bei der Suche nach der richtigen Verpackung.

10.04.02 Wie finde ich heraus, wie ich Gefahrgut zu verpacken habe?

Jedem Gefahrgut ist eine Verpackungsanweisung zugeordnet, welche sie mit Hilfe der Stoffliste und der UN-Nummer des zu befördernden Gutes finden können. Diese beschreibt genau, wie Sie Ihren Stoff verpacken müssen. Gefahrgüter, die als Luftfrachtsendungen verschickt werden, müssen durch einen zugelassenen Verpacker verpackt werden.

10.04.03 Was ist eine Einzelverpackung?

Ein Packstück wird als Einzelverpackung bezeichnet, wenn es zum Transport keiner separaten Innenverpackung bedarf.
Beispiel: Kanister

10.04.04 Was ist eine zusammengesetzte Verpackung?

Ein Packstück, welches aus einer Innenverpackung umschlossen von einer Außenverpackung besteht, bezeichnet man als zusammengesetzte Verpackung.
Beispiel: Viele kleinere Kanister in einen Karton.

10.04.05 Wie finde ich die geeignete Verpackung?

Grundlage hierfür ist die Verpackungsanweisung des jeweiligen Gefahrgutes. Haben Sie die geeignete Art der Verpackung ausgewählt, z.B. Kunststoffkanister mit abnehmbaren Deckel, können Sie über die Verpackungscodierung herausfinden, ob diese Verpackung geeignet ist.
Wichtig: Die gewählte Verpackung muss eine UN-Kennzeichnung besitzen.

10.04.06 Was sagt die Verpackungscodierung aus?

Für welche Art von Gefahrgut eine Verpackung geeignet ist, bzw. welche Verpackung für das Gefahrgut geeignet ist, kann man an der Verpackungscodierung der jeweiligen Verpackung erkennen.

Abbildung(en):

Besonderheiten:

UNSymbol für UN-geprüfte Verpackung
1Behälterbauart, hier: Fass
BBehältermaterial, hier: Aluminium
2Verpackungstyp, hier: mit abnehmbaren Deckel
YVerpackungsgruppe (X = VG I, II oder III, Y = VG II oder III, Z = VG III)
65max. Bruttogewicht in kg
SAggregatszustand, hier „solid“, zugelassen für Feststoffe oder mit Innenverpackung
09Herstellungsjahr
DKurzzeichen des Zulassungsstaates
BAMZulassungsstelle (Bundesamt für Materialforschung und -prüfung)
123Nummer der Zulassungsstelle
XYKurzzeichen des Herstellers

10.04.07 Wie erfolgt die Übersetzung der Verpackungsgruppe zu den Leistungsbuchstaben der Gefahrgutverpackungen?

Eine X-Verpackung kann Gefahrgüter der Verpackungs-gruppen I, II und III aufnehmen. Eine Y-Verpackung kann Gefahrgüter der Verpackungsgruppen II und III aufnehmen, jedoch nicht Güter der Verpackungsgruppe I. Eine Z-Verpackung kann Gefahrgüter der Verpackungsgruppe III aufnehmen, jedoch nicht Güter der Verpackungsgruppen I und II.

10.04.08 Welche Verpackungstypen gibt es?

Eine Liste der verschiedenen Verpackungstypen finden Sie im ADR unter 6.1.2.7 Tabelle für Verpackungstypen.

10.04.09 Wie lange darf ich eine Kunststoff-Verpackung für Gefahrgüter verwenden?

Kunststoff-Verpackungen für Gefahrgüter haben eine maximale Verwendungsdauer ab Herstellungsdatum von 5 Jahren, es sei denn, das eingefüllte Gut erlaubt dies nicht. Am Prägestempel einer Kunststoffverpackung ist das Herstellungsdatum ersichtlich.

10.05 Kennzeichnung     

10.05.01 Auf was muss ich bei der Kennzeichnung meines Versandstückes achten?

Die Kennzeichnung Ihres Versandstückes muss stets gut sichtbar und lesbar sein und zudem jeder Witterung standhalten.

10.05.02 Mit welchen Kennzeichnungen muss ich mein Versandstück kennzeichnen?

Grundsätzlich muss jedes Gefahrgutversandstück, ausgenommen etwaige Freistellungen, mit der UN-Nummer und den Gefahrzettel(n) des enthaltenen Gefahrgutes gekennzeichnet werden.

10.05.03 Welche Regeln gibt es für Gefahrzettel?

Gefahrzettel müssen:

  • auf einen farblich kontrastierenden Hintergrund angebracht werden
  • die Form eines auf der Spitze gestellten Quadrats (Raute) haben
  • mindestens 100x100 mm groß sein (und die Mindestbreite der Linie innerhalb des Randes der Raute muss 2mm betragen. Die Linie innerhalb des Rands muss parallel zum Rand des Gefahrzettels verlaufen, wobei der Abstand zwischen dieser Linie und dem Rand 5 mm betragen muss. In der oberen Hälfte muss die Linie innerhalb des Rands dieselbe Farbe wie das Symbol, in der unteren Hälfte dieselbe Farbe wie die Nummer der Klasse oder Unterklasse in der unteren Ecke haben. Wenn die Abmessungen nicht näher spezifiziert sind, müssen die Proportionen aller charakteristischen Merkmale den abgebildeten in etwa entsprechen)
  • falls die Größe des Versandstücks es erfordert, verkleinert werden. Dies darf aber nur geschehen wenn die Symbole und die übrigen Elemente des Gefahrzettels weiterhin deutlich sichtbar sind.

10.05.04 Welche Regeln gibt es für die Kennzeichnung eines Versandstückes mit der entsprechenden UN-Nummer?

Für die Kennzeichnung eines Versandstückes mit Gefahrgut gibt es bestimmte Vorgaben für die jeweiligen Schriftgrößen je nach Größe der Verpackung.
Bei Behälter größer als 30 L/KG und Flaschen größer 60 L muss die Schriftgröße der UN-Nummer mindestens 12 mm betragen.
Bei Behälter kleiner als 30 L/KG und Flaschen bis 60 L muss die Schriftgröße der UN-Nummer mindestens 6 mm betragen.
Für Behälter bis 5 L/KG ist die Schriftgröße der UN-Nummer nicht vorgeschrieben.

10.05.05 Wann muss ich Ausrichtungspfeile anbringen und was sagen diese aus?

Ausrichtungspfeile müssen bei folgenden Versandstücken angebracht werden:

  • zusammengesetzte Verpackungen mit Innenverpackungen, die flüssige Stoffe enthalten
  • Einzelverpackungen, die mit Lüftungseinrichtungen ausgerüstet sind
  • Kryobehälter zur Beförderung tiefgekühlt verflüssigter Gase
Ausrichtungspfeile geben die Ausrichtung eines Versandstückes bei der Beförderung an.

Abbildung(en):

10.05.06 Wie sind umweltgefährdende Stoffe zu kennzeichnen?

Umweltgefährdende Stoffe sind zusätzlich zu den Gefahrzettel mit „Fisch und Baum“ mit einer Mindestgröße von 10x10 cm zu kennzeichnen.

Abbildung(en):

10.06 Beförderungspapiere     

10.06.01 Welche Angaben müssen auf das Beförderungspapier?

Folgende Angaben müssen auf einem Beförderungspapier enthalten sein:

  1. UN-Nummer, mit Buchstaben „UN“ vorangestellt
  2. Offizielle Benennung des Stoffes oder Gegenstandes
  3. A) für Klasse 1: Klassifizierungscode (z.B. 1.4 S)
    B) für Klasse 7: die Nummer der Klasse, d.h. „7“
    C) für Lithiumbatterien der UN-Nummern 3090, 3091, 3480 und 3481: die NUmmer der Klasse "9"
    D) für alle übrigen Klassen: die Nummer(n) der Gefahrzettel, bei mehreren Nummern die weiteren in Klammern
  4. Verpackungsgruppe (wenn zugeteilt)
  5. Tunnelbeschränkungscode
  6. Anzahl und Beschreibung der Versandstücke
  7. Gesamtmenge der gefährlichen Güter
  8. Name und Anschrift des Absenders
  9. Name und Anschrift des Empfängers oder der Empfänger
  10. Eine Erklärung entsprechend den Vorschriften einer Sondervereinbarung (wenn zutreffend)
Wichtig: Punkt 1 bis 5 müssen in exakt dieser Reihenfolge, ohne Einschübe, irgendwo auf den Beförderungspapier zusammenhängend vermerkt sein.
Beispiel:
UN 1203Benzin,3,II,(D/E)
UN-NummerOffizielle BezeichnungNummer des GefahrzettelsVerpackungsgruppeTunnelbeschränkungscode

10.06.02 Welche Form muss das Beförderungspapier haben?

Das Beförderungspapier ist an keine besondere Form gebunden. Es können freie Formulare oder Formulare aus anderen Rechtsbereichen verwendet werden, z.B. Abfallbegleitscheine oder internationale Frachtbriefe.

10.06.03 Muss ich das Beförderungspapier nach der Beförderung aufbewahren?

Absender und Beförderer müssen Kopien der Beförderungsdokumente (Beförderungspapiere) mindestens 3 Monate lang aufbewahren. Bei elektronischen oder digital gespeicherten Dokumente müssen diese ausdruckbar sein.

10.06.04 Was sind Schriftliche Weisungen und wann benötige ich diese?

Schriftliche Weisungen geben Auskunft

  • Zu Maßnahmen bei einen Unfall oder Notfall,
  • über die Gefahreneigenschaften von gefährlichen Gütern nach Klassen und über die in Abhängigkeit von den vorherrschenden Umständen zu ergreifenden Maßnahmen
  • Ausrüstung für den persönlichen und allgemeinen Schutz für die Durchführung allgemeiner und gefahrenspezifischer Notfallmaßnahmen
Schriftlichen Weisungen (ehemals "Unfallmerkblätter") müssen bei Gefahrguttransporten (außer bei Kleinmengen) im Führerhaus in der Sprache des Fahrers mitgeführt werden. Sie müssen gut lesbar im DIN A4 - Format und farbig ausgedruckt werden.
Link: https://www.unece.org/fileadmin/DAM/trans/danger/publi/adr/Instructions/German_2017.pdf

10.07 Beförderungseinheit, Be- und Entladen, Ausrüstung     

10.07.01 Wie muss ein Fahrzeug ausgestattet sein, falls Gefahrgut transportiert werden soll?

Neben der Ausrüstung der Beförderungseinheit mit Feuerlöschern ist die sonstige Ausrüstung und persönliche Schutzausrüstung bei kennzeichnungspflichtigen Beförderungen mitzuführen. Zu dieser Ausstattung gehören:

  • ein Unterlegkeil je Fahrzeug
  • zwei selbststehende Warnzeichen
  • Augenspülflüssigkeit (Nicht erforderlich für Gefahrzettel der Muster 1, 1.4, 1.5, 1.6, 2.1, 2.2 und 2.3)
und für jedes Mitglied der Fahrzeugbesatzung
  • eine Warnweste
  • ein tragbares Beleuchtungsgerät
  • ein Paar Schutzhandschuhe und
  • ein Augenschutz
An Bord von Beförderungseinheiten für die Gefahrzettel-Nummer 2.3 oder 6.1 muss sich für jedes Mitglied der Fahrzeugbesatzung eine Notfallfluchtmaske befinden;
eine Schaufel, eine Kanalabdeckung und einen Auffangbehälter sind für feste und flüssige Stoffe mit Gefahrzettel-Nummer 3, 4.1, 4.3, 8 und 9 zusätzlich vorgeschrieben.

10.07.02 Was sind orangefarbene Tafeln (Warntafeln) und wie sind diese zu verwenden?

Neutrale orangefarbene Warntafeln werden vorn und hinten am Fahrzeug angebracht, wenn Versandstücke befördert werden und dabei die „1000-Punkte-Grenze“ gemäß Unterabschnitt 1.1.3.6 ADR überschritten wird. Etwas aufwändiger ist die Kennzeichnung der Tankfahrzeuge und Beförderungseinheiten mit Gefahrgut in loser Schüttung: Sie müssen zusätzlich mit „geteilten“ Warntafeln versehen sein, auf denen die in den Spalten 1 + 20 der Tabelle A aus Kapitel 3.2 festgelegten Nummern sichtbar sind. Anhand dieser Nummern erkennen Rettungskräfte, welche Maßnahmen sie bei einem Unfall ergreifen müssen. Die mindestens zweistellige und maximal vierstellige Zahl oben auf der Warntafel zeigt die Nummer zur Kennzeichnung der Gefahr (beispielsweise 66 = sehr giftiger Stoff), die Zahl unten die UN-Nummer des Stoffes oder Produktes.

10.07.03 Welche Regeln müssen bei der Ladungssicherung beachtet werden?

Grundsätzlich ist die Ladung so zu sichern, dass sie bei verkehrsüblichen Fahrzuständen bis hin zu Ausweichmanövern und Vollbremsungen nicht verrutschen, wegrollen, umfallen oder herabfallen kann.
Für die Ladungssicherung im PKW können folgende Aussagen getroffen werden:

  • Die schwersten Stücke gleich hinter die Rücksitzwand und nach unten.
    Dort haben sie die größtmögliche Stabilität (kein Anlauf der Ladung gegen die Rücksitzlehne)
  • Ladung gegen Verrutschen sichern – hier helfen Netze
  • Bei Kombis sollte zwischen Laderaum und Fahrgastraum eine stabile Gitter-Trennwand (Netz) eingebaut sein

10.08 Freistellungen     

10.08.01 Welche Freistellungen gibt es gemäß des ADR?

Es gibt drei Arten der Freistellung im ADR. Die begrenzte Menge (gemäß ADR 3.4), die freigestellte Menge (gemäß ADR 3.5) und die Freistellungen in Zusammenhang mit der Art der Beförderungsdurchführung auch genannt 1000-Punkte-Regel (gemäß ADR 1.1.3.1). Zudem gibt es zahlreiche Sondervorschriften, welche Freistellungen ergeben können, welche aber immer im Einzelfall zu überprüfen sind.
Wichtig: Freistellungen bedeuten nicht, dass man die Regeln des ADR nicht beachten muss. Sie bringen höchstens Erleichterungen.

10.08.02 Wann kann ich Gefahrgüter als begrenzte Menge versenden und was muss dabei beachtet werden?

Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Freistellungsregelung begrenzte Menge ist in jedem Fall, dass das jeweilige Gefahrgut richtig klassifiziert ist; UN-Nummer, offizielle Stoffbezeichnung, Gefahrgutklasse, Verpackungsgruppe müssen bekannt und richtig zugeordnet sein.

  • Voraussetzung:
    Einhaltung spezieller Mengengrenzen und Verpackungsvorschriften nach Kapitel 3.4 (ergibt sich aus der Tabelle 3.2 A, Spalte 7a). Maximalwerte von 30 kg bei Versandstücken.
  • Verpackung:
    Es müssen zusammengesetzte Verpackungen verwendet werden, z. B.: mehrere Innenverpackungen in einer Außenverpackung (starr, min. 2mm dick). Zudem ist ausreichend Polstermaterial zwischen den Innenverpackungen zu verwenden, für flüssige Gefahrgüter muss ausreichend Aufsaugmaterial vorhanden sein.
  • Erleichterungen:
    • keine ADR-Fahrerausbildung
    • kein Beförderungspapier
    • keine spez. Fahrzeugzulassung
    • keine orange Tafel
    • die Gesamtmenge der Stoffe pro Fahrzeug (oder Fahrzeugkombination) ist nicht limitiert
    • keine baumustergeprüften Verpackungen (Außenverpackung)
  • Kennzeichnung:
    Das Versandstück muss deutlich und dauerhaft mit dem Aufkleber (Mindestgröße 10x10 cm) für begrenzte Menge versehen sein. Zudem können Ausrichtungepfeile notwendig sein.

Abbildung(en):

10.08.03 Wann kann ich Gefahrgüter als freigestellte Menge versenden und was muss dabei beachtet werden?

Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Freistellungsregelung freigestellte Menge ist in jedem Fall, dass das jeweilige Gefahrgut richtig klassifiziert ist; UN-Nummer, offizielle Stoffbezeichnung, Gefahrgutklasse, Verpa-ckungsgruppe müssen bekannt und richtig zugeordnet sein.

  • Voraussetzung:
    Einhaltung spezieller Mengengrenzen und Verpackungsvorschriften nach Kapitel 3.5 (ergibt sich aus der Tabelle 3.2 A, Spalte 7b).
    CodeHöchste Nettomenge
    je Innenverpackung (a)
    Höchste Nettomenge
    je Außenverpackung (b)
    E0In freigestellten Mengen
    nicht zugelassen
    In freigestellten Mengen
    nicht zugelassen
    E130 g / 30 ml1 kg / 1 l
    E230 g / 30 ml500 g / 500 ml
    E330 g / 30 ml300 g / 300 ml
    E41 g / 1 ml500 g / 500 ml
    E51 g / 1 ml300 g / 300 ml
    (a): für feste Stoffe in Gramm und für flüssige Stoffe und Gase in ml
    (b): für feste Stoffe in Gramm und für flüssige Stoffe und Gase in ml oder bei Zusammenpackung die Summe aus Gramm und ml
  • Verpackung:
    Es müssen zusammengesetzte Verpackungen verwendet werden, z. B.: mehrere Innenverpackungen in einer Außenverpackung (starr, min 3mm dick). Zudem ist ausreichend Polstermaterial zwischen den Innenverpackungen zu verwenden, für flüssige Gefahrgüter muss ausreichend Aufsaugmaterial vorhanden sein.
  • Erleichterungen:
    Es müssen nur die allgemeinen Verpackungsvorschriften beachtet werden, wie oben genannt.
  • Kennzeichnung:
    Das Versandstück muss deutlich und dauerhaft mit dem Aufkleber für freigestellte Menge (Mindestmaß 10x10 cm) versehen sein.

Abbildung(en):

Besonderheiten:

Im Aufkleber sind zwei Möglichkeiten für eigene Eintragungen vorgesehen.
*: Hier ist die Nummer des ersten oder einzigen in Kapitel 3.2 Tabelle A Spalte 5 ADR angegebenen Gefahrzettels anzugeben.
**: Hier ist der Name des Absenders oder des Empfängers anzugeben.

10.08.04 Wann kann ich Gefahrgüter mit der 1000-Punkte-Regel versenden und was muss dabei beachtet werden?

Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Freistellungsregelung 1000-Punkte-Regel ist in jedem Fall, dass das jeweilige Gefahrgut richtig klassifiziert ist; UN-Nummer, offizielle Stoffbezeichnung, Gefahrgutklasse, Verpackungsgruppe müssen bekannt und richtig zugeordnet sein.

  • Voraussetzung:
    Die Gesamtmenge, die sich nach den Vorgaben der Tabelle errechnet, darf in der Beförderungseinheit nicht überschritten werden. Gefahrgüter werden nach der Tabelle 1.1.3.6.3 ADR in Beförderungskategorien eingeteilt. Anschließend wird anhand folgender Tabelle die Gesamtpunktzahl errechnet.
    Beförderungs-
    kategorie
    HöchstmengeFaktor
    0--
    15020
    23333
    310001
    4unbegrenzt-
    Um Fehler zu umgehen, empfehlen wir Ihnen einen Rechner im Internet zu benutzen.
    Link: http://www.adr-check.com/
  • Verpackung:
    Die Verpackungen und Umverpackungen müssen den ADR entsprechen. (Siehe Abschnitt Verpackung)
  • Kennzeichnung:
    Die Kennzeichnung muss gemäß ADR erfolgen. (Siehe Abschnitt Kennzeichnung)
  • Erleichterungen:
    • Es ist kein besonderes Fahrzeug vorgeschrieben
    • Keine Kennzeichnung des Beförderungseinheit mit Warntafeln und Großzetteln
    • Außer einen Feuerlöscher 2 kg ist keine besondere Ausrüstung erforderlich
    • Keine ADR-Fahrerausbildung

10.09 Kontrollpflichten     

10.09.01 Wie können die Pflichten des Absenders (Versenders) erfüllt werden?

Aus den Pflichten und Verantwortlichkeiten ergibt sich eine Kontrollpflicht. Hierzu wurde eine an den Versender gerichtete Kontrollcheckliste für Gefahrguttransporte (siehe Anhang) erstellt.

11 Anhang     

11.01 Formular "Aktenvernichtung"      

Das Formular zur Anforderung bzw. Abholung von Leerbehältern für die Aktenvernichtung finden Sie auf der AGU-Seite Entsorgung.

Abbildung(en):

11.02 Formular "Behälteranforderung"      

Das Formular zur Anforderung von Leerbehältern finden Sie auf der AGU-Seite Entsorgung.

Abbildung(en):

11.03 Formular "Interne Behälterabholung"     

Das Formular zur Internen Behälterabholung finden Sie auf der AGU-Seite Entsorgung.

Abbildung(en):

11.04 Formular "Entsorgung von Chemikalien"      

Das Formular zur Chemikalienentsorgung finden Sie auf der AGU-Seite Entsorgung.

Abbildung(en):

11.05 Formular "Entsorgung von Gasflaschen"      

Das Formular zur Entsorgung von Gasflaschen finden Sie auf der AGU-Seite Entsorgung.

Abbildung(en):

11.06 Kontrollcheckliste für Gefahrguttranporte     

Eine Checkliste zur Kontrolle von Gefahrguttransporten finden Sie auf der AGU-Seite Transport von gefährlichen Gütern (Gefahrstoffe, Zubereitungen und Abfälle).

Abbildung(en):

11.07 Beförderungspapier     

Eine Word-Vorlage für ein Beförderungspapier, vorausgefüllt für den Transport von Benzinkanistern, finden Sie auf der AGU-Seite Transport von gefährlichen Gütern (Gefahrstoffe, Zubereitungen und Abfälle).

Abbildung(en):